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CD-Besprechung

Nacht der Planeten 1

Nacht der Planeten 1

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 2

Klangqualität:
Klangqualität: 4

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 2

Besprechung: 01.09.99

Antes BM-CD 31.9131

1 CD • 2h 29min • 1996

Der Covertext ist leider besser und verspricht viel mehr, als diese Produktion letztlich halten kann. Mozarts Jupiter-Sinfonie paßt zum Beispiel doch nur sehr bedingt in den Programm-Rahmen und wirkt angesichts der erdrückenden Konkurrenz überflüssig, zumal, wenn es sich um eine derart an der Oberfläche der Musik bleibende, "typisch philharmonische" Wiedergabe handelt: Vorwärtsdrängende Tempi und solide Arbeit reichen da bei weitem nicht aus, zumal die Aufnahme recht dumpf, trocken und wenig räumlich klingt.

Ähnliches ließe sich auch über Holsts Planeten sagen, wobei die Musikerinnen und Musiker hier freilich am meisten Herzblut investiert haben und eine überzeugendere Visitenkarte abgeben. Besonders eindrucksvoll ist vielleicht der letzte Satz. Selten hört man den Chor so schön aus der Distanz. Holst hatte angeordnet, ihn in einem Nebenraum zu postieren, dessen Tür in dem "Fade out" am Ende langsam geschlossen wird. Schade, daß sich der Covertext über das hiesige Procedere ausschweigt. Der wirklich gut einstudierte Frauen(?)chor wird übrigens mit keinem Wort irgendwo erwähnt – eine grobe Unhöflichkeit! Schade auch, daß gerade aus der wirksamen Star Wars-Musik gerade mal das Titelthema gespielt wurde. Ähnliches gilt auch für Star Trek, wo die Programmgestalter mit der gewählten Ausgabe kein glückliches Händchen hatten: Nach dem bekannten Hauptthema folgt ein Percussion-durchsetztes, musikalisch uninteressantes Anhängsel, das mehr nach Raumpatrouille klingt und das ich aus keiner der mir bekannten Soundtrack-Veröffentlichungen identifizieren konnte. Warum konnte man nicht aus beiden epochalen Film-Reihen zumindest eine jeweils 20minütige Suite spielen, wie das Beispiel der Musik zur Fantasy-Serie Xenia von Raskatow zeigt (die freilich in der musikalischen Qualität an Williams nicht heranreicht)?

Eigenartigerweise sind neben den Planeten am spannendsten ausgerechnet die Atmosphères von Ligeti geraten, die diese CD noch am ehesten zum Kauf empfehlen. Eingefleischte Soundtrack-Fans dürfte diese Doppel-CD regelrecht verärgern; ob sie als Marketing-Produkt dazu geeignet wäre, Hörerschichten gegenseitig neu zu erschließen (Klassik-Fans für Filmmusik und umgekehrt), ist auch anzuzweifeln. Was für ein Heidelberger Orchester, Touristen und Konzertpublikum live noch eine einigermaßen attraktive Programm-Idee sein mag, wirkt auf CD ausgesprochen problematisch. Und die brüchigen Billig-Plastikbehälter machten mein Ärgernis komplett...

Dr. Benjamin G. Cohrs [01.09.1999]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Ligeti Atmosphères
2 W.A. Mozart Sinfonie Nr. 41 C-Dur KV 551 (Jupiter)
3 A. Raskatov Xenia
 
BM-CD 31.9131;4014513017086

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