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CD-Besprechung

Donaueschinger Musiktage 1997

Werke von Feiler, Beuger, Stahnke, Fómina, Kagel, Pauset, Boulez, Ligeti

col legno WWE 20026

3 CD • 2h 09min • 1997

01.05.1999

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Vor einem Jahr haben wir bei Gelegenheit der Donaueschingen-Dokumentation für 1996 sinngemäß konstatiert: "Weniger wäre mehr gewesen." Dieses Verdikt ist diesmal nicht zu wiederholen, nicht nur aus dem ganz allgemeinen Grund, daß die Herausgabe einer 3 CD-Box mit spröden Klängen an sich schon ein bemerkens- und lobenswertes Unterfangen ist, sondern auch deswegen, weil die jetzt vorliegende Auswahl aus dem Jahrgang 1997 trotz unterschiedlich befriedigender Ergebnisse doch einen guten Querschnitt durch das gibt, was sich in der "Szene" ästhetisch und technisch so tut.

Das Thema "Live-Elektronik", roter Faden durch die Konzerte im Neue Musik-Mekka Donaueschingen 1997, war zwar nicht neu, ergab aber doch eine Reihe hörenswerter Werke zwischen dem Violinstück Anthèmes von Pierre Boulez und dem Cellostück Arcade von Günter Steinke, die beide von phantasievollem Umgang mit den technischen Medien und der Klangumwandlung zeugten. Im orchestralen Bereich kann Dror Feilers Ember als Gedenkstück für die politischen Märtyrer des Jahrhunderts auch auf der CD nicht so recht überzeugen, weil das überengagierte Dauer-fortissimo letztlich abstumpft. Demgegenüber blieben die Qualitäten der leisen Komposition Auguri Aquae für Stimmen und Instrumente von Silvia Fómina (Argentinierin russischer Herkunft) auch auf dem Tonträger erhalten, und auch der wie üblich kauzige Humor Mauricio Kagels in seinen Drei Etüden für Orchester belegt erneut, daß dem Altmeister der dialektischen Verfremdung immer noch und immer wieder ein neuer Gag einfällt.

Der Besucher des alljährlich im Oktober stattfindenden Festivals hat jedoch gegenüber dem bloßen CD-Hörer einen Vorteil: er erhält vor Ort ein dickes Programmbuch mit meist umfassenden Informationen zu Werk und Tonsetzer, und was er dort nicht findet, das kann er bei den meist anwesenden Komponisten persönlich nachfragen. Der CD-Kunde bekommt zwar ein dickes, aber doch nicht ausreichendes Booklet: Titel von Kompositionen, besonders von fremdsprachigen, haben meist einen Sinn, der sich aber nicht auf den ersten Blick erschließt. Also muß man die Titel erklären oder mindestens übersetzen. Das Booklet der Donaueschingen-CD-Box hüllt sich hier mehrfach in bedauerliches Schweigen. Warum kann man dem CD-Kunden diesen eigentlich unverzichtbaren Service nicht bieten?

Dr. Hartmut Lück [01.05.1999]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
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