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CD-Besprechung

Lo Sposalizio

Werke von Gabrieli, Gabrieli, Kapsberger, Monteverdi u.a.

Lo Sposalizio

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 01.12.98

Hyperion CDA67048

2 CD • 1h 29min • 1998

Venedigs Großmachtstellung war um das Jahr 1600 zwar schon einige Zeit dahin, doch an Selbstbewußtsein mangelte es der oligarchischen Adriarepublik nicht. Jahr für Jahr wurde am Himmelfahrtstag die pompöse Verheiratung Venedigs mit dem Meer begangen. Der rekonstruierte Ablauf eines solchen Festaktes bildet den Rahmen für ein Programm mit weltlicher und geistlicher Musik aus der Zeit um 1600; es spiegelt den Prunk und die Inbrunst der Huldigung Venedigs an dieses Element, von dem Wohl und Wehe der Lagunenstadt abhingen.

Kompositionen repräsentativen wie inständigen Charakters stehen aus dieser Zeit von hervorragenden Komponisten in großer Zahl zur Verfügung; und so hat Robert King Werke von der Gabrieli-Familie bis zu Monteverdi ausgewählt, die den Glanz des venezianischen Frühbarock und die musikalische Vielfalt des exzellenten King's Consort eindrucksvoll beleuchten.

Auf der ersten der beiden CDs, die zum Preis von einer CD angeboten werden, erklingt weltliche Musik in allen Besetzungen der reichen und farbenprächtigen Musikkultur des 17. Jahrhunderts. Trompetenfanfaren, Bläserkanzonen und vielchörige Madrigale liefern die klingende Ausgestaltung der prachtvollen Gondelprozession zur Lagunenmündung, während derer der Doge einen goldenen Ring zum Zeichen der Verheiratung Venedigs mit dem Meer ins Wasser wirft.

Die zweite CD zeichnet die Festmesse in der Kirche San Niccolò al Lido nach, die üblicherweise der Prozession in die Lagune folgte. Auch hier ist eine Fülle von höchst beeindruckenden Vokal- und Instrumentalstücken zu hören, die den bedeutsamen Charakter dieser einmaligen Ummünzung des Himmelfahrtstages in ein Stadtritual mit fast heidnisch anmutendem Hintergrund begleiteten.

Eine solche Ansammlung musikalischer Juwelen aus Marketinggründen mit einem griffigen Programmtitel zu versehen, mag man hinnehmen; daß allerdings zu Ostern 1998 eine Pilgerfahrt nach Venedig unternommen wurde, um ein insgesamt knapp viereinhalbminütiges Läuten der Glocken von San Marco für diese Produktion aufzunehmen, mindert den geistigen Ernst des gesamten Projekts. Diese großartige Musik hat es nicht verdient, zum fiktiven Anlaß einer gefühligen Zeitreise mißbraucht zu werden, ebensowenig das vorzügliche King's Consort.

Leider läßt diese Produktion im Gegensatz zur üblichen Praxis bei Hyperion einen deutschen Text im Begleitheft vermissen, vielleicht hätte man das Geld für die Glockenreise besser hier investiert.

Detmar Huchting [01.12.1998]

 
CDA67048;0034571170480

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