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Besprechung CD

Vicenzo Albrici

Sacred Cantatas
Weser-Renaissance Bremen • Manfred Cordes

cpo 555 599-2

1 CD • 72min • 2022

23.03.2026

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Er war ein Reisender von Stadt zu Stadt in der Zeit des Frühbarock, der 1631 in Rom geborene Komponist und Organist Vincenzo Albrici. Nach dem Musikstudium bei Giacomo Carissimi reiste er über die Lombardei, Deutschland, Flandern nach Schweden. Die schwedische Königin Christina hatte ihn 1652 als Direktor einer Gruppe von italienischen Musikern an ihren Hof geholt. Zwei Jahre später war er Kapellmeister in Dresden und begegnete dort Schütz und Kuhnau. 1658 war er im Auftrag der schwedischen Königin wieder in Rom. Über Stralsund Dresden und Neuberg ging die Reise nach England und Frankreich. Nach einem erneuten Aufenthalt in Dresden übernahm Albrici das Amt des Organisten an der Thomaskirche in Leipzig, um schließlich nach Prag zu wechseln, wo er 1687 starb.

Funde in Schweden

Dank des schwedischen Sammlers Gustav Düben sind in Uppsala 68 Werke Albricis erhalten, die nun für das Bremer Ensemble Weser-Renaissance zu einer Fundgrube wurden. Die fünf Gesangssolisten und acht Instrumentalisten mit ihren Originalinstrumenten haben 2022 in der Stiftskirche Bassum unter der souveränen Leitung von Manfred Cordes sieben geistliche Kantaten und zwei Sinfonien eingespielt. Man merkt den Aufnahmen an, dass sich das Ensemble mit Sachverstand und hohem Engagement der Aufgabe widmete, diese Werke zu neuem Leben zu erwecken.

Albricis Stil

Die Kantaten basieren auf lateinischen Texten, wobei die enge Verbindung von Wort und Ton spürbar ist. Da sich der Komponist auf die einzelnen Aussagen konzentriert, entstehen kurze, aber dicht gearbeitete Passagen, in denen Gesangs- und Instrumentalstimmen gleichwertig aufeinander bezogen sind. Ein besonderes Augenmerk richtet Albrici auf die Abschlüsse, wenn Worte wie „Alleluia“ oder „Gloria patri“ durch ausgreifende Tongirlanden herausgehoben werden. Mit Bedacht sind besonders reich ausgestattete Kantaten an den Anfang und ans Ende der Auswahl gesetzt: Dixit Dominus Domino meo und Laetatus sum.

Sinfonien im alten Stil

Die beiden einsätzigen Sinfonien ähneln den Vokalwerken. Auch sie sind kleingliedrig und könnten in ihrer Melodik durchaus von Singstimmen dargestellt werden. Im Vordergrund stehen hier die Violinen, während der Generalbass, wie auch bei den Kantaten, von Dulzian, Chitarrone und Orgel ausgeführt wird.

Das Booklet bietet in deutscher und englischer Sprache eine weitläufige Darstellung der historischen Situation in Schweden, um verhältnismäßig knapp auf den Komponisten und seine Werke einzugehen. Die Texte sind in Latein und englischer Übersetzung abgedruckt. Eine deutsche Fassung fehlt.

Prof. Klaus Trapp [23.03.2026]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Vincenzo Albrici
1Dixit Dominus Domino meo 00:11:47
2Misericordias Domini 00:05:39
3Iesu nostra redemptio 00:09:14
4Sinfonia à sei 00:09:13
5Ave Iesu Christe, rex benedicte 00:07:24
6In te Domine speravi 00:06:17
7Sinfonia à 2 00:10:07
8Mihi autem bonum est (Geistliches Konzert) 00:04:30
9Laetatus sum 00:08:11

Interpreten der Einspielung

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