History of the Russian Piano Trio • 9
The Silver Age and Art Nouveau Era
Amfitheatrof • Grechaninov • A. Tcherepnin • J. Weinberg
Naxos 8.574690
1 CD • 76min • 2024
23.01.2026
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Gesamteindruck:![]()
Das Album Nr. 9 der Reihe „History of the Russian Piano Trio” ist russischen Komponisten gewidmet, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in die Emigration gingen. Der Weg verlief meist über Paris oder Rom bis in die USA. Beispielhaft steht für diese Entwicklung der Komponist und Pianist Alexander Tcherepnin (1899 - 1977), der zunächst in St. Petersburg studierte, dann nach Paris auswanderte, um dort als einer der Gründer des Russischen Konservatoriums zu wirken und um später nach Chicago an die DePaul-Universität zu wechseln. Sein kompaktes Klaviertrio op. 34 aus dem Jahr 1925, dessen drei Sätze insgesamt nur 8 Minuten dauern, ist das modernste und konziseste der vier eingespielten Werke, kontrastreich, wechselnd zwischen kantablen und dramatischen Passagen, fordernd gleichermaßen für die drei Instrumentalisten.
Unterschiedliche Charaktere
Das G-Dur-Trio op. 128 von Alexander Grechaninov (1864 – 1956), der ebenfalls über Paris in die USA emigrierte, ist dagegen spätromantisch und spielerisch angelegt. Das 1930 erschienene Stück gibt sich elegant und gefällig, stellt Spieler wie Hörer nicht vor allzu schwierige Probleme. Anspruchsvoll, aber etwas überladen kommt dagegen das Klaviertrio A May von Daniele Amfitheatrof (1901– 1983) daher, das 1932 in Rom entstand. Das mit Anklängen an den Impressionismus à la Debussy und mit Glockenimitationen aufgeladene Stück weist bereits auf den späteren Filmkomponisten hin, der in Hollywood reüssierte.
Ein wichtiges Werk
Bedeutender ist das Klaviertrio über hebräische Themen op. 28 von Jacob Weinberg (1879 – 1956). Der in Moskau von Tanejew, in Wien von Leschetitzky ausgebildete Komponist wanderte über Palästina nach den Vereinigten Staaten aus. Seine enge Bindung zur jüdischen Volksmusik prägt das typische Opus, das von der einleitenden Elegie mit ihrer klagenden Chromatik über ein Scherzo, das zwischen Brillanz und tänzerischem Duktus changiert, sich zu einem abwechslungsreichen Variationensatz steigert. Diese Komposition wie auch diejenige von Amfitheatrof wurden für diese CD als Weltpremiere eingespielt.
The Brahms Trio, von russischen Musikern 1990 gegründet, besteht aus der Pianistin Natalia Rubinstein, dem Geiger Graf Mourja und dem Cellisten Kirill Rodin. Das perfekt eingespielte Team glänzt nicht nur durch Virtuosität und schönen Ton, sondern auch durch klangliche Ausgewogenheit und musikantisches Temperament. So gelingt es, die vier stilistisch unterschiedlichen Werke mit starker Spannung darzustellen.
Das Booklet ist leider etwas spartanisch gehalten: Der erläuternde Text, von der Pianistin beigesteuert, ist nur in englischer Sprache und in winzigen Lettern zu lesen!
Prof. Klaus Trapp [23.01.2026]
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Komponisten und Werke der Einspielung
| Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
|---|---|---|
| CD/SACD 1 | ||
| Alexander Gretschaninow | ||
| 1 | Klaviertrio Nr. 2 G-Dur op. 128 | 00:20:43 |
| Alexander Tscherepnin | ||
| 4 | Klaviertrio op. 34 | 00:08:18 |
| Daniele Amfitheatrof | ||
| 7 | Klaviertrio (Ein Mai) | 00:22:40 |
| Jakov Weinberg | ||
| 10 | Klaviertrio über hebräische Themen op. 28 | 00:24:11 |
Interpreten der Einspielung
- The Brahms Trio (Klaviertrio)
