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Besprechung CD

Rachmaninov

Piano Concertos Nos. 1 & 4

Naxos 8.574528

1 CD • 81min • 2022

29.06.2023

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Rachmaninovs Klavierkonzerte Nr. 1 und 4 stehen an Beliebtheit weit hinter den Konzerten Nr. 2 und 3 zurück. Die neue Aufnahme mit dem vorzüglichen Solisten Boris Giltburg beweist aber, dass diese Werke durchaus mehr Aufmerksamkeit verdienen. Der israelische Pianist, der 1984 in Moskau geboren wurde, verfügt nicht nur über eine makellose Technik, er hat auch das Gespür für Rachmaninovs üppige, raffinierte Tonsprache. Das fis-Moll-Konzert Opus 1, 1890/91 komponiert, 1917 revidiert, stellt überaus hohe Anforderungen an den Solisten, ist aber auch füllig orchestriert. Die Philharmonie Brüssel unter dem russischen Dirigenten Vassily Sinaisky begleitet den Solisten profund und hellhörig, wird aber von der Tontechnik vor allem in den raschen Ecksätzen zugunsten der brillanten Klavierkaskaden zu sehr in den Hintergrund gerückt. Ausgewogener wirkt die Klangbalance im elegischen Andante.

Plädoyer für Konzert Nr. 4

Das g-Moll-Konzert op. 40 aus dem Jahr 1926 konnte sich lange Zeit nicht durchsetzen und wurde vom Komponisten 1941 gekürzt und gründlich überarbeitet. Die Einspielung mit Boris Giltburg und der Philharmonie aus Brüssel überzeugt, da sie die lyrischen wie dramatischen Elemente klar herausarbeitet. Da die Orchestration durchsichtiger ist als in Opus 1, gelingt hier das Miteinander von Solist und Orchester über weite Strecken meisterhaft. Die rhythmischen Impulse des Pianisten werden von Vassily Sinaisky und seinem Orchester präzise aufgenommen. Dieses Konzert verdient es, öfters gespielt und gehört zu werden!

Fließende Rhapsodie

Viel bekannter ist die Paganini-Rhapsodie op. 43 aus dem Jahr 1934. Rachmaninov hat die Folge von 24 Variationen so angelegt, dass ein unaufhaltsamer Fluss entsteht, und genau hier liegt die Qualität der Aufnahme. Sowohl die brillante Steigerung der raschen Abschnitte, die markanten Zitate des Dies-irae-Themas wie auch die ausdrucksvolle Gestaltung der kantabel ins Ohr gehenden Variation 18 gelingen prächtig. Allerdings gibt es auch hier einige Stellen, wo die Orchesterinstrumente bei thematischen Einwürfen etwas zu kurz kommen.

Bekenntnis zum Meister

Bemerkenswert ist das Booklet, dessen Text vom Solisten geschrieben wurde und leider nur in englischer Sprache vorliegt. Giltburg geht ausführlich auf die Entstehungsgeschichte der drei Kompositionen ein und gibt darüber hinaus exakte Hörhilfen, indem er mittels detaillierter Zeitangaben jeweils die zitierten Stellen anspricht. Seine Begeisterung für die Musik Rachmaninovs wird zudem offenkundig.

Prof. Klaus Trapp [29.06.2023]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Sergej Rachmaninow
1Konzert Nr. 1 fis-Moll op. 1 für Klavier und Orchester 00:28:25
4Rhapsodie über ein Thema von Paganini a-Moll op. 43 für Klavier und Orchester 00:24:46
30Klavierkonzert Nr. 4 g-Moll op. 40 00:26:47

Interpreten der Einspielung

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