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CD-Besprechung

Echi d'Opera

NovAntiqua NA66

1 CD • 56min • 2021

05.08.2022

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Dass die Klarinette „wegen ihres großen Tonumfangs und der großen dynamischen Möglichkeiten“ (so Nicolai Pfeffer im Booklet) der menschlichen Stimme ähnelt, macht der Klarinettist mit jeder gespielten Note deutlich. Farbenvielfalt, Vielfalt der dynamischen Schattierungen, Lebendigkeit und Aussingen der Phrasen demonstriert er überall. Hervorragend ist seine Atemkunst, mühelos sind die Koloraturen, zu Herzen gehend ist sein Spiel.

Nähe der Klarinette zur menschlichen Stimme

Noch näher sind Klarinette und die menschliche Stimme auf dieser CD gerückt, weil Pfeffer Opernarien als Material für sein Spiel nimmt. Donato Lovreglio und Luigi Bassi haben Verdis La Traviata und Rigoletto in Fantasien für Klarinette und Klavier verwandelt, Nicolai Pfeffer hat das Klavier in ein Orchester verwandelt, das nun eine textlose menschliche Stimme zu begleiten scheint.

Die Klarinette sprudelt und singt

In La Traviata sprudelt Pfeffers Klarinette richtiggehend, sie singt lebendig wie eine menschliche Stimme und transportiert alle notwendigen Stimmfärbungen und alle Gefühle. Pfeffer hat die Klavierstimme sehr gut und farbenfroh orchestriert, alles hat durchweg Schwung – nur der Walzerrhythmus des „Libiamo“ tritt anfangs etwas auf der Stelle.

In der Rigoletto-Fantasie vibriert Pfeffers Klarinette anfangs schon tragödienhaft, singt dann mädchenhaft-übermütig und schließlich sehnsüchtig-liebevoll.

Im Concertino für Klarinette und Orchester von Carl Maria von Weber kann Nicolai Pfeffer alles zeigen, was er draufhat: ein großes Klangspektrum, agile Lebendigkeit, Tonschönheit den vollen Tonumfang hindurch sowie eben die Fähigkeit des Phrasen-Aussingens. Der Dirigent Markus Stenz sorgt für immer vorwärtstreibenden rhythmischen Schwung. Solist und Orchester sind bestens aufeinander eingespielt.

Zwei Ouvertüren gibt’s als Orchesterzugabe: Der Freischütz-Ouvertüre mangelt es etwas an geheimnisvollem Waldweben, in der Ouvertüre zu La forza des destino scheinen sich die italienischen Musiker mehr zuhause zu fühlen.

Die Klarinette ist sehr präsent in den Vordergrund gerückt, das Orchester dagegen klingt etwas dumpf und basslastig. Irgendwie glaubt man auch Ton-Schnittstellen zu hören.

Rainer W. Janka [05.08.2022]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Carl Maria von Weber
1Der Freischütz op. 77 (Ouvertüre) 00:09:35
2Concertino Es-Dur op. 26 für Klarinette und Orchester 00:09:10
Giuseppe Verdi
5La forza del destino (Ouvertüre) 00:07:12
6La forza del destino 00:03:28
Donato Lovreglio
7Konzertfantasie über Motive aus Verdis "La Traviata" 00:12:03
Luigi Bassi
8Konzertfantasie (nach Motiven aus der Oper "Rigoletto" von Giuseppe Verdi) 00:14:20

Interpreten der Einspielung

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