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CD-Besprechung

vivaldi

ENTRE OMBRE & LUMIÈRE

Ensemble Baroque de Toulouse 1

1 CD • 60min • [P] 2021

08.12.2021

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Das Ensemble Baroque de Toulouse hat 1998 zusammengefunden: Die Musikerinnen und Musiker – allesamt gestandene Interpretinnen und Interpreten auf historischem Instrumentarium – präsentieren unter ihrem Gründer und Leiter Michel Brun mit ihrer ersten auf eigenem Label erscheinenden CD ein weitgespanntes Programm mit Musik von Antonio Vivaldi, des wohl am meisten gefeierten aller Barockkomponisten.

Höhepunkte von Vivaldis Instrumental- und Vokalmusik

Der Horizont des mit bemerkenswerter Überlegung zusammengestellten Programms der CD verdient eine besondere Würdigung. Die beiden Orchesterwerke, das Flötenkonzert Il Gardellino und die Sinfonia al Santo Sepolcro spannen einen weiten Bogen um Vivaldis instrumentales Schaffen – das Konzert trägt seinen (dem Werk möglicherweise erst später hinzugefügten) Beinamen nicht ohne Grund: Das zeigt schon die Ähnlichkeit zwischen dem auf Wikipedia dokumentierten Vogelruf des Stieglitzes bzw. Diestelfinks – „il gardellino“ auf Deutsch – und diesem Violinkonzert. Vivaldi scheint diesen ganzjährig in Italien vorkommenden Vogel besonders geliebt zu haben, hat er seinen Gesang doch auch im Sommer seiner Vier Jahreszeiten von der Violine in fünf Takten der Solovioline imitiert.

Die religiös-meditative Seite des Komponisten klingt in der Sinfonia al Santo Sepolcro an – das Werk ist für eine gottesdienstliche Handlung am Karfreitag entstanden, die in Italien wie in Wien üblich war: Am Karfreitag wurde eine Figur des Heilands feierlich in ein Grab gebettet (das „heilige Grab“ – il Santo Sepolcro). In Venedig erklang dazu getragene Musik wie diese Sinfonia; der musikliebende Hof der Habsburger in Wien ließ diese Feierlichkeit von oratorischer Musik begleiten, das kommt hier durch das inbrünstige Stabat Mater RV 621 zum Tragen.

Drei virtuose Opernarien am Ende der CD präsentieren Vivaldis weltliches vokales Schaffen – seine Bedeutung als Opernkomponist (ein für einen Venezianer ganz natürliches Schaffensfeld) verdient ohne jeden Zweifel in einem derart umfassend angelegten Porträt auf nur einer CD ebenfalls eine angemessene Repräsentation.

Allseits vorzügliche Leistungen der Interpreten

Der Ensembleleiter Michel Brun kann seine Virtuosität als Traversflötist besonders im Konzert Il Gardellino zeigen: Der temperamentvolle Solist zeigt sich ebenso exzellent wie eindringlich auch als Leiter der Gesamtleitung dieser abwechslungsreichen CD. Als besonders imponierend erweist sich die Mezzosopranistin Caroline Champy-Tursun: Ihr bemerkenswert schönes Timbre machen das Stabat Mater wie auch die Opernarien, die wie ein Zugabenteil am Ende dieser CD stehen, zu einem besonderen Genuss, mit dem Vivaldis Vokalmusik auf höchstem Niveau präsentiert wird.

Hatte man bei der Lektüre des Programms dieser CD noch gedacht, man wäre hier mit einer Einspielung von „Dutzendware“ der Diskographie des abbate rosso konfrontiert, belehrt einen genaues Zuhören eines Besseren: Hier hat man es mit Interpretationen ersten Ranges zu tun – überdies auch noch in erstklassiger Aufmahmetechnik!

Detmar Huchting [08.12.2021]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Antonio Vivaldi
1Stabat Mater f-Moll RV 621 für Alt, Streicher und B.c. 00:18:06
10Konzert Nr. 14 D-Dur op. 10 Nr. 3 RV 428 für Flautino, Streicher und Continuo (Il gardellino) 00:10:12
13Sposa son disprezzata (aus: Tamerlano RV 703) 00:07:22
14Svena uccidi abbatti atterra (aus: Tamerlano RV 703) 00:02:36
15Sinfonia Al Santo Sepolcro RV 169 für Streicher 00:04:05
17Vendrò con mio diletto (aus: Giustino RV 717) 00:05:02
18Da quel ferro che ha svenato (aus: Farnace RV 711) 00:04:21
19Sol da te, mio dolce amore (aus: Orlando furioso RV 728) 00:08:56

Interpreten der Einspielung

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