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CD-Besprechung

Villa Vivaldi

Ensemble Volcania

Perfect Noise PN 2009

1 CD • 64min • 2020

26.03.2021

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Ein fantasievolleres Programm, das sich um Antonio Vivaldis Musik rankt, kann man sich wohl kaum denken: Zwei Blockflötenkonzerte und ein Violinkonzert aus Vivaldis Feder erklingen hier eingebettet in Werke zweier zeitgenössischer deutscher Komponisten: Mark Scheibe (Jg. 1968) und Moritz Eggert (Jg.1965). Dazu ergibt sich noch eine beeindruckende symmetrische Reihenfolge: Vivaldis Concerto für Flautino in C-Dur RV 443 und das Concerto für Blockflöte in g-Moll La Notte RV 439 umrahmen das in der Mitte des Programms stehende und vom Geiger Daniel Sepec gespielte Violinkonzert in A-Dur RV 343.

Brücke in die Gegenwart

Am Anfang und Ende dieser CD bilden die zeitgenössischen Kompostitionen Villa Vivaldi von Mark Scheibe und Moritz Eggerts traité des passions, die als Auftragswerke für dieses Projekt entstanden sind, eine Brücke in die zeitgenössische Musik des 21. Jahrhunderts.

Mark Scheibes Komposition Villa Vivaldi, die dem Programm den Namen lieh, eröffnet die CD – Scheibe machte sich als Komponist, Sänger, Songtexter und Arrangeur sowie Bandleader und Entertainer einen Namen; er liefert mit seinem Werk Musik, die in der musikalischen Sprache der Gegenwart wirkungsvoll an Vivaldis seinerzeit hochaktuelle neue konzertante Form anknüpft. Scheibe selbst hat sich in einem Interview zu seiner Komposition folgendermaßen geäußert: „Ich habe mir eine Villa vorgestellt, ein großes festliches Haus, eine Gastgeberin, und verschiedene Räume, die mit freudigen Erwartungen aufgeladen sind. Hier und da auch mit der Angst, die nie weit ist, wenn man sich selbst zu begegnen droht.“

Moritz Eggert knüpft in seiner Komposition für diese Hommage an Vivaldi an die in dem „Traité des passions de l’âme” niedergelegte Affektenlehre des französischen Philosophen René Descartes (1596-1650) an, in der der Philosoph sechs menschliche Leidenschaften aufführt: Freude, Trauer, Hass, Liebe, Verlangen und Bewunderung. So sind auch die Sätze in Eggerts Komposition bezeichnet, und nach Einschätzung des Rezensenten ist sie ein höchst bemerkenswerter zeitgenössischer Kommentar zur westeuropäischen Kultur der Emotionen, die seit dem 17. Jahrhundert in durchaus verschiedenen Ausprägungen unser europäisches Musikleben belebt haben.

Aufbruch zu neuen musikalischen Horizonten

Die Musik dieser CD überwindet die zeitlichen Grenzen zu Vivaldis Musik leichter als die Interpreten, deren ausgesprochen forscher Gundton in den Stücken Vivaldis den Charme seiner Musik in den Hintergrund drängt – dagegen ist ihre Interpretation der zeitgenössischen Werke untadelig. So lässt diese CD dennoch die Herzen aller Musikfreunde höher schlagen, da sie Musik der Zeit Antonio Vivaldis in ihrem Aufbruch zu neuen musikalischen Horizonten mit Werken zeitgenössischer Musik verbindet, die sich in vergleichbarem Aufbruch, aber im Wissen um unsere europäische Kulturgeschichte, neue Horizonte erobert.

Detmar Huchting [26.03.2021]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Mark Scheibe
1Villa Vivaldi 00:12:23
Antonio Vivaldi
2Concerto C-Dur RV 443 00:12:58
5Concerto A-Dur RV 343 00:11:02
8Concerto g-Moll RV 439 (La Notte) 00:08:23
Moritz Eggert
12traité des passions 00:18:43

Interpreten der Einspielung

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