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CD-Besprechung

Friedrich Ernst Fesca

String Quartets Vol. 2

cpo 777 483-2

4 CD • 3h 54min • 2007-2013

29.03.2021

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Vier CDs mit Streichquartetten von Friedrich Ernst Fesca hat das Amaryllis Quartett aufgenommen, insgesamt acht Werke mit den Opusnummern 2, 4, 7, 14 und 36. Es ist die zweite Folge einer Gesamteinspielung aller Quartette des zwar sehr produktiven, heutzutage allerdings eher vergessenen Komponisten. Der Zeitgenosse von Louis Spohr und Carl Maria von Weber war seinerzeit vor allem für seine Streichquartette bekannt und berühmt. Sein Name fiel in einem Atemzug mit Mozart, Haydn und Beethoven, wohl auch ein Hinweis auf seine kompositorisch sehr raffinierte Musik, die sich mit der seiner berühmten Kollegen messen lassen konnte – und immer noch kann. Übrig geblieben ist davon heute wenig. Das konzertante Repertoire konzentriert sich zumeist ganz auf den klassischen Kanon des Wiener Quartett-Triumvirats, Platz für andere scheint neben diesen Göttern des kammermusikalischen Olymps kaum mehr vorhanden zu sein. Dabei hätte es Fesca durchaus verdient, gerade in einem Atemzug mit Haydn, Mozart und Beethoven genannt zu werden, das jedenfalls darf man als Quintessenz dieser äußerst verdienstvollen Gesamteinspielung mitnehmen.

Überzeugendes Plädoyer

Denn nach dem Durchhören von fast vier Stunden Fesca muss man konstatieren: diese Musik gefällt, ist durchweg solide gearbeitet, glänzt mit musikalischem Einfallsreichtum und ist es zweifelsohne wert, häufiger aufgeführt zu werden. Dass diese Musik so für sich einnimmt, ist nicht nur ein Zeichen für ihre unzweifelhafte Qualität, sondern ist nicht zuletzt das Verdienst des Amaryllis Quartetts, das den zweiten Teil der Streichquartettproduktion Fescas mit gleichbleibendem Niveau und stilistischem Feingefühl eingespielt hat. Die erste Hälfte hatte das Diogenes Quartett übernommen, dem das Amaryllis Quartett nun in nichts nachsteht. Gustav Frielinghaus, Lena Sandoz, Lena Eckels und Yves Sandoz legen ein überzeugendes Plädoyer für Fesca vor, einen zu Unrecht in der zweiten Reihe verschwundenen Komponisten. Ihr Spiel ist zumeist sehr präzise, sehr nahe am Puls der Musik, entbehrt jeder Attitüde und ist zu nahezu jedem Zeitpunkt auf Transparenz und Klarheit hin ausgelegt. Fazit: eine lohnende Entdeckung, so wird Fesca hoffentlich jene Aufmerksamkeit zuteil, die er verdient.

Guido Krawinkel [29.03.2021]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Friedrich Ernst Fesca
1Streichquartett h-Moll op. 2 Nr. 1 00:27:05
5Streichquartett g-Moll op. 2 Nr. 2 00:22:50
9Streichquartett Es-Dur op. 2 Nr. 3 00:24:16
CD/SACD 2
1Streichquartett f-Moll op. 7 Nr. 1 00:32:29
5Streichquartett e-Moll op. 7 Nr. 2 00:31:37
CD/SACD 3
1Streichquartett B-Dur op. 14 00:39:03
CD/SACD 4
1Streichquartett c-Moll op. 4 00:28:05
5Streichquartett c-Moll op. 36 00:27:23

Interpreten der Einspielung

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