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CD-Besprechung

Violin Sonatas Prokofiev • Shostakovich

Prishepenko • Ugorskaja

Avi-music 8553425

1 CD • 59min • 2016

11.11.2020

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Zu einer musikalischen Reise in die russische Kammermusik laden Natalia Prishepenko und Dina Ugorskaja mit ihrer letzten gemeinsamen Aufnahme ein, die bei die Avi-Music erschienen ist. Mit ihrer Auswahl zweier Violinsonaten von Sergei Prokofiev und Dmitri Schostakowich haben die beiden renommierten Musikerinnen alles andere als leichte Kost gewählt und stellen sich zugleich einem verbreiteten Vergleich. Immer wieder werden die beiden russischen Komponisten verglichen: Beide studierten am Petersburger Konservatorium bei den fast gleichen Lehrern, waren hervorragende Pianisten und haben in ihrem kompositorischen Schaffen fast alle Genres abgedeckt. Ihre Biographien und Einflüssen sind jedoch recht unterschiedlich: Der ältere Sergei Prokofiev verbrachte die Hälfte seines Lebens im europäischen Ausland, wohingegen der 15 Jahre jüngere Dmitri Schostakowich seine Heimat so gut wie nie verlassen hat und fester Bestandteil der sowjetischen Musik war. Die beiden Komponisten kannten einander natürlich, schätzten und kritisierten sich. So gestand Schostakowich beispielsweise Einflüsse Prokofievs in seiner Musik ein, der wiederum in Europa dafür warb, auch Schostakowich in einem Konzert auftreten zu lassen.

Passend zu dem russischen Repertoire der Aufnahme, werden die beiden Violinsonaten von zwei hochkarätigen Musikerinnen umgesetzt, deren musikalische Ausbildung zunächst von der russischen Schule geprägt war: Natalia Prishepenko, die vielen vor allem als langjährige Primaria des Artemis Quartetts ein Begriff ist, wurde bei der 2016 eingespielten Aufnahme begleitet von Dina Ugorskaja, die im September 2019 nach langer Krankheit verstarb.

Russische Gegenüberstellung

Prokofievs Violinsonate Nr. 1 entstand ab 1938, wurde jedoch erst 1946 fertiggestellt, weil der Komponist immer wieder mit schweren Schicksalsschlägen zu kämpfen hatte. Zahlreiche Kollegen und Freunde wurden Opfer des stalinistischen Terrors und verschwanden schlicht und ergreifend. Dem Widmungsträger David Oistrach ist es schließlich zu verdanken, dass Prokofiev das zwischenzeitlich auf Eis gelegte Werk abschloss. Inspiriert wurde der Komponist laut eigener Aussage von der Musik Georg Friedrich Händels, was auch die viersätzige Anlage sowie verschiedene stilistische Merkmale erklärt. Natalia Prishepenko und Dina Ugorskaja gelingt es, das teils düstere und aufwühlende Werk, packend umzusetzen. Das Spiel der beiden Musikerinnen ist dabei immer markant und kantig – weichgespült ist hier nichts, was natürlich auch Geschmackssache ist.

Die ergänzende Violinsonate op. 134 von Schostakowich, die 1968 entstand, ist ebenfalls wie das Werk seines älteren Kollegen für den Geiger David Oistrach entstanden. Das virtuose Stück entstand binnen kürzester Zeit anlässlich dessen Geburtstag. Schostakowich selbst hat eine Verbindung zu den Sonaten Prokofievs hergestellt. Und trotz Gemeinsamkeiten klingt seine Komposition noch moderner. Auch dieses Werk, das nicht nur gelegentlich zum Hören etwas ‚sperrig‘ wirkt, sondern dies noch einmal mehr ist, wenn man es spielen soll, setzen Prishepenko und Ugorskaja gelungen um. Jedoch: Das, was beim ersten Werk der Aufnahme noch markant war, ist jetzt teilweise sehr harsch – gerade Prishepenkos Spielweise. Dies spricht für die Energie der Aufnahme, kann aber punktuell auch etwas zu hart wirken.

Verena Düren [11.11.2020]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Sergej Prokofjew
1Violinsonate Nr. 1 f-Moll op. 80 00:27:19
Dimitri Schostakowitsch
5Violinsonate G-Dur op. 134 00:31:40

Interpreten der Einspielung

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