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CD-Besprechung

Masterpieces Among Peers

Trios by Frank Bridge and Johannes Brahms

TYXart TXA18104

1 CD • 68min • 2018

05.07.2020

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Das Namirovsky-Lark-Pae Trio kombiniert auf seiner Debüt-CD das allseits bekannte H-Dur-Trio op. 8 in der späten Fassung von 1889 mit dem exakt 40 Jahre später entstandenen Trio von Frank Bridge. Bridge ist heute vor allem als Kompositionslehrer Benjamin Brittens bekannt. Seine vor dem Ersten Weltkrieg entstandenen „edwardianischen“ Werke, die in den stilistischen Umkreis von Edward Elgar, Hubert Parry und seinem Kompositionslehrer Charles Stanford einzuordnen sind, erfreuen sich in England einer erheblichen Beliebtheit. Erst im Verlauf der 20er Jahre modifizierte er seine Tonsprache in Richtung einer expressionistischen Posttonalität.

Lied der Nacht

Dieser posttonalen Phase entstammt auch das Trio, das die klassische Viersätzigkeit mit Scherzo an zweiter Stelle durch die Verbindung von jeweils zwei Sätzen mit attacca-Übergängen verbirgt. Ein tonaler Schwerpunkt um Fis ist zwar noch erkennbar, wird aber häufig durch bitonale Elemente überlagert, die an die späten Werke Alexander Skrjabins und Claude Debussys erinnern. Dass Stanford seine Schüler die dichte thematische Arbeit und Motivverzahnung bei Brahms intensiv studieren ließ, schlägt sich in der Behandlung des thematischen Materials nieder. Der Rückbezug auf den ersten Satz in der Coda des Finales schafft eine Bogenform, wie wir sie aus der russischen Klaviertriotradition kennen. Bridge gelang mit diesem Trio ein höchst interessantes Nachtstück, das mehrfaches Hören – vorzugsweise mit der im Internet greifbaren Partitur – erfordert.

Das H-Dur Trio von Johannes Brahms entstand 1854 und war das erste veröffentlichte Kammermusikwerk des aufstrebenden Komponisten. Er hatte dort – ähnlich wie später Anton Bruckner in seiner dritten Sinfonie Wagner – Beethoven und Schubert zitiert, was ihm 35 Jahre später nicht mehr recht behagte. Deshalb konzipierte er die zweiten Themen der Sätze 1,3 und 4 komplett neu und musste deshalb auch deren weiteren Verlauf anpassen. Einzig das – wie bei Bridge – an zweiter Stelle stehende Scherzo blieb nahezu unverändert.

Dem Namirovsky-Lark-Pae Trio gelang eine sehr respektable Debüt-CD. Der Brahms klingt aufgrund überlegter Agogik höchst kantabel. Die Melodiebögen spannen sich auf den jeweiligen Höhepunkt und entspannen sich, wo nötig. Das ist meisterhafte Phrasierung in immer fein abgestimmtem und dabei transparentem Klang. Misha Namirovsky gelingt es, auch im langsamen Tempo auf dem Klavier zu singen. Dicke Akkorde behalten ihre Rundung und wirken niemals perkussiv. Eine Herausforderung an Klang und Intonation der Streicher stellen die vielen extrem hoch liegenden Passagen im Doppeloktavabstand des Bridge-Trios dar. Diese werden von Tessa Park und Deborah Pae mit Eleganz bewältigt.

Klangtechnisch ist nichts zu bemängeln und ein informativer Booklet-Text kommt ebenfalls hinzu.

Fazit: Eine höchst erfreuliche Debüt-CD eines jungen Klaviertrios mit schlüssigen Interpretationen der Trios von Brahms und Bridge auf sehr ansprechendem Niveau.

Thomas Baack [05.07.2020]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Frank Bridge
1Trio Nr. 2 H 178 für Violine, Violoncello und Klavier 00:30:31
Johannes Brahms
5Trio Nr. 1 H-Dur op. 8 für Violine, Violoncello und Klavier 00:37:36

Interpreten der Einspielung

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