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CD-Besprechung

Spheres

Trio Eclipse

Prospero PROSP 0002

1 CD • 67min • 2019

01.07.2020

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Das Beste aus drei verschiedenen Instrumentengruppen – das wollten die jungen Musiker des Trio Eclipse bei ihrem Zusammenschluss zusammenbringen. Mit Lionel Andrey (Klarinette), Benedek Horváth (Klavier) und Sebastian Braun (Violoncello) sind im Ensemble die Klangfarbe des Holzblasinstruments, des Tasteninstruments sowie des Streichinstruments vertreten. Mit dem gewählten Namen des Trio Eclipse zeigen die Musiker zugleich, dass sie sich als drei perfekt zueinander ausgerichtete Himmelskörper sehen – die Gleichberechtigung aller Musiker ist hier also Programm. Sucht man jedoch nach originaler Literatur für diese Besetzung, so kommt man in der Klassik schnell an die Grenzen. Kein Problem jedoch für das junge Ensemble, das auf seiner Debüt-CD „Spheres“ musikalisch in klassisch-jazzigen Sphären schwebt. Für den Erstling, der bei Prospero Classical erschienen ist, haben die Drei sich mit Werken von George Gershwin, Nino Rota, Thomas Demenga, Simon Heggendorn, Sean Hickey und Daniel Schnyder beschäftigt.

Frech und überzeugend erklingt der Einstieg mit dem bekanntesten Stück der Platte, Auszügen aus Gershwins An American in Paris. Allzu oft tun sich klassisch ausgebildete Musiker etwas schwer, die Musik swingen zu lassen. Andrey, Horváth und Braun haben damit jedoch keinerlei Schwierigkeiten. Andrey fühlt sich hörbar wohl und wie ein Fisch im Wasser, Horváth greift immer wieder beherzt in die Tasten, während Braun sein Cello in ein Jazzinstrument verwandelt. Während Gershwins Werk sehr jazzig daherkommt, so dreht sich in Nino Rotas Trio das Ganze um – hier dominieren die klassischen Klänge mit Anklängen aus dem Jazz. Ein kleines Highlight innerhalb des Werkes ist das langsame Andante, ein vom Trio Eclipse wunderschön gestalteter Dialog zwischen Klarinette und Violoncello, sensibel begleitet vom Klavier.

Klangreise durch verschiedene Sphären

Auf Gershwin und Rota folgen für den Rest des Albums Werke zeitgenössischer Komponisten, die wie auch die bereits verstorbenen Klangschöpfer in ihren Werken die verschiedenen Genres auflösen. Summer Breeze II von Thomas Demenga entstand 2019 für das Debüt des Trio Eclipse beim Lucerne Festival. Die Mischung aus repetitiven Klangpattern und virtuosen Klarinettenläufen verlangt den Musikern einiges ab. Richtung Lateinamerika geht es mit Siena des 1982 geborenen Schweizers Simon Heggendorn – ein schmissiges Stück Musik, in dem vor allem Braun sich austoben darf. Eine gelungene Mischung aus Klassik, Jazz und Pop, die durchaus Ohrwurm-Potential hat. In den Berliner Stadtteil Tiergarten entführt Sean Hickeys Hommage und spielt hierin mit Klängen und Bildern. Auch dieses Werk entstand exklusiv für das Trio Eclipse und zeigt dessen sicheren Umgang mit neuen Tönen. Perfekt aufeinander eingespielt, sitzt hier jeder Ton und lässt auch komplexe Stellen fließend erklingen. Virtuos endet das mehr als nur überzeugende Debüt-Album des Trio Eclipse mit A Friday Night in August des Schweizer Komponisten, Saxofonist und Flötist Daniel Schnyder. Schnyder, der seit einiger Zeit in Amerika lebt, hat sich einen Namen gemacht mit seinen Werken, die mühelos die verschiedenen Genres verbinden. A Friday Night in August schließt den Kreis zu Gershwin, denn hier kann man wohl vom Schweizer in Amerika statt vom American in Paris sprechen: Das 1996 entstandene Werk hat autobiografische Züge. Damals wohnte Schnyder am Central Park West, wo sich am Wochenende zahlreiche Menschen zum Grillen trafen. Die verschiedenen Klänge, die dort zusammenkamen – vor allem auch aus der Karibik – baute Schnyder in sein Werk ein. Mit ihrem Debüt-Album „Spheres“ erweisen sich die drei jungen Musiker des Trio Eclipse nicht nur jeder für sich als hervorragende Musiker, sondern weisen zugleich mit ihrem Konzept und den präsentierten Werken in die Zukunft: So kann zukunftsweisende und aktuelle Musik jenseits von Genreschubladen klingen – und anzuhören ist sie auch noch!

Verena Düren [01.07.2020]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
George Gershwin
1An American in Paris (Ein Amerikaner in Paris) 00:18:29
Nino Rota
2Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier 00:14:51
Thomas Demenga
5Summer Breeze II 00:06:48
Simon Heggendorn
6Siena 00:06:51
Sean Hickey
7Tiergarten 00:11:43
Daniel Schnyder
8A Friday Night in August 00:08:42

Interpreten der Einspielung

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