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CD-Besprechung

Sonates de la côte d'Albâtre

Azur Classical AZC 164

1 CD • 75min • 2016

19.01.2020

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Die Franzosen haben ein ganz besonderes Verhältnis zum Klang. Beispiele wären Komponisten wie Poulenc, Ravel oder Debussy, denen die klangliche Raffinesse und eine schöne Melodie oft wichtiger als die kompositorische Stringenz zu sein schien. Für teutonische Komponisten wäre das seinerzeit undenkbar gewesen. Und so hat sich die Musik in Frankreich - während etwa Komponisten wie Max Reger oder Sigfrid Karg-Elert hierzulande auf ständig neuen Pfaden auf der Suche nach harmonischen und kontrapunktischen Superlativen wandelten – in eine gänzlich andere Richtung entwickelt. Aus der Phase des Übergangs zwischen Spätromantik und Moderne sind auf dieser CD drei Raritäten zu hören: drei im Zeitraum von 1908-1914 entstandene Violinsonaten von Jacques de La Presle, Paul Paray und Claude Delvincourt, die diesen Übergang musikhistorisch sehr schön illustrieren.

Klang und Raffinesse

Denn während de La Presles chronologisch in der Mitte dieses Trio angesiedelte Sonate noch sehr spätromantisch klingt, ist Parays 1908 komponiertes Werk durchaus etwas experimentierfreudiger. Delvincourts überaus reizvolle, 1919 komponierte Sonate schließlich ist die stilistisch avancierteste und eigenständigste der drei, und doch war sie – wie die anderen beiden auch – zum Zeitpunkt ihrer Komposition schon längst ein Anachronismus. Dennoch, allein der Raritätenwert dieser Musik ist außerordentlich und vor allem Delvincourts Sonate hätte eine häufigere Aufführung mehr als verdient. Der Geiger Gautier Dooghe und der Pianist Alain Raës widmen sich dieser Musik mit der gebotenen Sorgfalt, wenngleich an der künstlerischen Seite dieser Einspielung durchaus noch etwas hätte gefeilt werden können. Beide spielen routiniert und solide, zuweilen gehen sie im Hinblick auf Präzision und Ausdruck aber auch ein wenig lässig mit dem Notentext um. Aber auch das ist vermutlich alles „à la française“…..

Guido Krawinkel [19.01.2020]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Jacques de La Presle
1Sonate für Violine und Klavier 00:21:46
Paul Paray
4Sonate für Violine und Klavier 00:25:59
Claude Delvincourt
7Sonate für Violine und Klavier (à Jeanne Zimmermann) 00:28:18

Interpreten der Einspielung

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