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CD-Besprechung

Bach The Cello Suites

Mime Yamahiro Brinkmann

Bach The Cello Suites

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 25.10.19

Klassik Heute
Empfehlung

arcantus arc 19014

2 CD • 2h 23min • 2018

Bereits im Kindesalter erhielt Mime Yamahiro Brinkmann von ihrer Mutter, einer Pianistin, ihre musikalische Grundausbildung, entdeckte das Cello und schloss ihr Studium an der Toho Gakuen Musikhochschule in Tokyo mit Diplom auf dem modernen Instrument ab. Dann wandte sie sich der historischen Aufführungspraxis zu, studierte Barockcello und Viola da Gamba am Königlichen Konservatorium in Den Haag und legte auch hier ein Solistendiplom ab. In den 1990er Jahren gewann sie prestigeträchtige Wettbewerbe wie den „Concorso Internazionale Romano Romanini per strumenti ad arco“ (Brescia, Italien, 1995; Vorsitzender: Gustav Leonhardt) und 1996 als Erste mit dem Violoncello den Solistenpreis des „Concours Musica Antiqua Brugge“ (Belgien).

Hier legt sie ihre Gesamtaufnahme von Johann Sebastian Bachs sechs Solosuiten für das Violoncello BWV 1007-1012 vor. „Sie sind die Quintessenz von Bachs Schaffen, und Bach selbst ist die Quintessenz aller Musik“, so urteilte Pablo Casals über die Stücke und lieferte mit seiner Gesamteinspielung einen Gipfel der Bach-Diskographie, der für lange Zeit einen hoch respektierten Platz einnahm und für viele spätere Interpreten zum Vorbild wurde.

Heute rangiert Casals‘ Gesamtaufnahme der Bachschen Cellosuiten, ebenso wie beispielsweise auch die Einspielung von Paul Tortelier, unter die wichtigen Einspielungen, die im 20. Jahrhundert diesen Stücken ihren bedeutenden Platz innerhalb des auf Tonträger dokumentierten Œuvres von J. S. Bach zugewiesen haben. Natürlich haben nach dem Aufkommen der historisch informierten Aufführungspraxis auch die Interpreten auf dem Barockcello ihren Platz in der Diskographie der sechs Cellosuiten BWV 1007-1012 erobert. Für diese Besprechung wurden besonders die Aufnahmen mit Jean Guihen Queyras auf modernem Cello von 2007, sowie auf Barockcello von Pieter Wispelwey aus dem Jahr 1990 und von Sigiswald Kuijken auf dem Violoncello da spalla, dem Schultercello, aus dem Jahr 2007 als Vergleichsaufnahmen berücksichtigt.

„Wenn das Wort „Cellowurm“ existiert, ähnlich wie der „Bücherwurm“, dann bin ich definitiv ein solcher!“, beginnt Mime Yamahiro Brinkmann ihre Autobiographie auf der Website des Concerto Copenhagen. Tatsächlich wird ihre innige Verbindung mit dem Cello schnell deutlich, und der Hörer wird beim Anhören ihrer Interpretation Zeuge eines außerordentlichen Verhältnisses zwischen Interpretin und Werk. Alle Aspekte von Bachs Cellosuiten – die in gebrochene Akkorde aufgelöste Kontrapunktik ebenso wie die fließende Melodik und die tänzerische Eleganz – verbinden sich im künstlerischen Entwurf der Interpretin perfekt mit ihrer virtuosen Meisterschaft, und so kann sie sich bestens messen mit großen Kollegen ihrer Zunft, die alle der historisch informierten Aufführungspraxis eng verbunden bzw. zu deren Pionieren zählen – auch Jean-Guihen Queyras: Er ist gleichfalls ein erfahrener Solist auf dem Barockcello, für seine Aufnahme verwendete er im Jahr 2007 allerdings sein in modernem Zustand befindliches, 1696 gebautes Gioffredo-Cappa-Cello, das er selbst als „wundervolles Instrument“ preist.

Bach hat mit seinen Suiten für Violoncello solo BWV 1007-1012 Kompositionen hinterlassen, die mit ihrer Entstehung im zweiten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts den eigentlichen Gipfelpunkt der Literatur für das in seiner Rolle als Soloinstrument noch junge Violoncello ausmachen. Mime Yamahiro Brinkmann fügt mit ihrer Neueinspielung der Diskographie der Stücke einen funkelnden Edelstein hinzu, der unbedingt in die Sammlungen aller Freunde und Bewunderer der Musik von J. S. Bach gehört.

Lobende Erwähnung verdient auch das Klangbild, das die intime Akustik der Kirche von Länna in der schwedischen Provinz Uppland wunderbar widerspiegelt.

Vergleichseinspielungen: Jean Guihen Queyras (HMC 901970.71, AD: 2007), Pieter Wispelwey (CCS 1090, AD: 1990), Sigiswald Kuijken (ACC 24196, AD: 2007).

Detmar Huchting [25.10.2019]

Komponisten und Werke der Einspielung

CD 1
Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.S. Bach Suite Nr. 1 G-Dur BWV 1007 für Violoncello solo 00:19:45
7 Suite Nr. 2 d-Moll BWV 1008 für Violoncello solo 00:21:02
13 Suite Nr. 3 C-Dur BWV 1009 für Violoncello solo 00:23:05
CD 2
Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 Suite Nr. 4 Es-Dur BWV 1010 für Violoncello solo 00:24:54
7 Suite Nr. 5 c-Moll BWV 1011 für Violoncello solo 00:24:29
13 Suite Nr. 6 D-Dur BWV 1012 für Violoncello solo 00:29:18

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Mime Yamahiro Brinkmann Violoncello
 
arc 19014;4260412810147

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