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CD-Besprechung

Sibelius

Kullervo

Sibelius

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 02.10.19

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Ondine ODE 1338-5

1 CD/SACD stereo • 72min • 2018

Während seines Studienaufenthaltes in Wien, wo Karl Goldmark und Robert Fuchs seine Lehrer waren, begann Jean Sibelius seine Arbeit an der Sinfonie Kullervo, die auf eine Episode aus dem großen finnischen Nationalepos Kalevala zurückgeht. Beethovens „Neunte“ regte ihn an, Gesangssolisten und einen Chor in das symphonische Geschehen einzubetten. Doch auch Bruckners 3. Sinfonie blieb nicht ohne Einfluß auf seine Arbeit. Auch die russische Musik seiner Zeit stand ihm nahe. Goldmark gab ihm den Rat, sich auf die Quellen der finnischen Volksmusik zu besinnen, die er mit Sorgfalt studiert hatte. Sie geben Kullervo das unverwechselbare Gepräge, obwohl Sibelius keine originalen Melodien verwendet, sondern sie im Geiste der Vorbilder neu erfindet. Die fünfsätzige Sinfonie, die der Komponist selbst mit gutem Grund als sinfonische Dichtung bezeichnete, trägt nicht den Stempel eines Jugendwerks, sondern ist die Arbeit eines früh gereiften Meisters, der nicht nur ingeniös die verschiedenen Stilelemente zu einem homogenen Ganzen verbindet, sondern auch souverän mit den Möglichkeiten des großen spätromantischen Sinfonie-Orchesters spielt. Die Uraufführung in Helsinki (1892) wurde als die Geburtsstunde der finnischen Nationalmusik gefeiert, doch nach einer Serie erfolgreicher Reprisen verschwand Kullervo merkwürdigerweise von den Spielplänen und wurde zu Lebzeiten des Komponisten nicht mehr aufgeführt. Erst 1958, ein Jahr nach seinem Tod, kam es zu einem erneuten Versuch. Seitdem hat das Werk in den Konzertsälen, nicht nur in Finnland, einen festen Platz, zahlreiche Aufnahmen bezeugen seine internationale Popularität.

Mit einer Neueinspielung aus Helsinki tritt Ondine jetzt in Eigenkonkurrenz mit ihrer exemplarisch gelungenen Veröffentlichung von 2007 unter Leif Segerstam und muß sich auch noch gegen eine gleichzeitig auf den Markt gekommene, bereits vielfach gerühmte Aufnahme der Firma Hyperion unter Thomas Dausgard (mit dem BBC Scottish Symphony Orchestra) behaupten. Sie kann es aber mit dieser doppelten Herausforderung aufnehmen. Hannu Lintu inszeniert mit dem Finnish Radio Symphony Orchestra ein imposantes Breitwand-Klanggemälde, ohne dabei die feinen instrumentalen Details zu vergessen. Kullervo und seine Schwester, die den zentralen dritten Satz bestreiten, sind mit einem originalen Geschwisterpaar besetzt: Johanna Rusanen, die den Sopranpart schon 1996 in einer Naxos-Aufnahme aus Turku gesungen hat, besitzt auch 22 Jahre später noch jugendliche Ausstrahlung, auch wenn die Stimme deutlich das hochdramatische Fach erkennen lässt, das sie heute singt. Ville Rusanen klingt mit seinem hellen, sehr kernigen, ein wenig an Jorma Hynninen erinnernden Bariton deutlich lyrischer. Die beiden Männerchöre erzielen starke Wirkung in ihren erzählerischen Kommentaren im 3. und 5. Satz.

Ekkehard Pluta [02.10.2019]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Sibelius Kullervo op. 7 für Soli, Männerchor und Orchester (Sinfonisches Gedicht) 01:12:28

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Johanna Rusanen-Kartano Sopran
Ville Rusanen Bariton
Estonian National Male Choir R.A.M. Chor
The Polytech Male Choir Männerchor
Hannu Lintu Dirigent
 
ODE 1338-5;0761195133859

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