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CD-Besprechung

Kalevi Aho

Trombone Concerto • Trumpet Concerto

Kalevi Aho

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 24.01.19

Klassik Heute
Empfehlung

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BIS 2196

1 CD/SACD stereo/surround • 64min • 2015

Kalevi Aho zählt zu den glücklichen Komponisten, deren Gesamtwerk zu Lebzeiten komplett auf Tonträger veröffentlicht werden könnte – falls demnächst mal jemand auf die grandiose Idee kommen sollte, endlich auch mit seinen Opern zu beginnen, die zum besten zählen, was in den letzten Jahrzehnten in diesem Genre entstanden ist. Sonst bleibt es eben bei der Dokumentation der Instrumentalmusik, wo man lediglich befürchten muss, dass die in ihren horrenden Schwierigkeiten schon zur Legende gewordene Sechste Symphonie unberücksichtigt bleiben könnte (vielleicht eine gute Idee, da angemessene Herausforderung, für die Berliner Philharmoniker oder das BR-Symphonieorchester?).

Auf vorliegender Veröffentlichung wird die Sammlung Aho’scher Instrumentalkonzerte um das 2010 entstandene Posaunenkonzert für Jörgen van Rijen und das Konzert für Trompete und Blasorchester von 2011 für Alain de Rudder und das Antwerpener Symphonieorchester erweitert. Beide Werke werden hier auch von diesen Künstlern, unter der Leitung des stets vorzüglich achtsamen und gründlichen Martyn Brabbins, vorgestellt. Und wie immer in Aho-Konzerten sind natürlich die technischen, ganz besonders auch streckenweise die rhythmisch-metrischen Herausforderungen oftmals schwindelerregend hoch. Keine Angst, die Hürden werden beeindruckend gemeistert, und auch tontechnisch ist hier nichts auszusetzen – im Gegenteil, besser als bei vielen traditionelleren Konzerten gelingt es ziemlich gut, den Solisten akustisch zwar zu begünstigen, jedoch das Orchester nicht unangemessen in den Hintergrund zu verbannen – ein (bei BIS schon fast obligatorisch gewordenes) ganz besonderes Lob also an die Tontechniker Andreas Ruge (Posaunenkonzert) und Nora Brandenburg (Trompetenkonzert) sowie den Produzenten Ingo Petry. Und natürlich kommt dem Ganzen sehr zugute, dass Kalevi Aho im Booklet selbst die Informationen zu seinen Werken geschrieben hat – was er ja bekanntermaßen ausgezeichnet kann (er beschreibt sogar ganz pragmatisch die Intention der ‚Warm-up‘-Phase am Anfang des Trompetenkonzerts).

Beide Werke sind hochkarätige Beiträge zu Genres, deren Reichhaltigkeit überschaubar ist, und kurioserweise sind sie hier mit jeweils 31‘40‘‘ Minuten quasi auf die Sekunde gleich lang – mehr ist ihnen aber auch nicht gemeinsam. Ganz besonders herrlich ist der feine lyrisch gesponnene Kontrapunkt zu Beginn des Posaunenkonzerts, der auch Ahos außergewöhnliche Sensibilität für so stimmige wie eigentümliche Harmonik demonstriert. In seinen vier Sätzen ist es letztlich fünfteilig mit der Abfolge Langsam – Schnell – Langsam – Schnell – Langsam, und verlangt vom Solisten, der in den Entstehungsprozess sachte einbezogen war, auch das Singen ins Instrument zwecks unabhängig polyphoner Gestaltung, die zudem erheblichen farblichen Reiz hat (wenn es so gut ausgeführt wird wie hier). Im zweiten Adagio wechselt er auf die Altposaune und kann daher hornähnlich verfremdete Echo-Spiele hineinbringen. Die schnellen Sätze sind in der ungleichmäßig zusammengesetzten Metrik rhythmisch sehr vertrackt, der letzte Satz hat in seiner Unerbittlichkeit fast etwas bedrohlich Feierliches.

Das Blasorchester im Trompetenkonzert hat die Größe der Bläsersektion eines normalen Symphonieorchesters, wobei die Orchestertrompeten hier alle zum Flügelhorn wechseln, um dem Solisten sein Alleinstellungsmerkmal zukommen zu lassen. Wie im Posaunenkonzert ist auch hier der Solopart gespickt mit zwar von einem exzellenten Virtuosen durchweg spielbaren, jedoch durchaus grenzwertigen Schwierigkeiten. Nach dem wundersam verhaltenen Kopfsatz finden sich im Vivace coole Jazzanleihen, die zwar nicht die originellste Idee sein mögen, jedoch in der feinfühlig arrangierten Grobheit beeindrucken. Das folgende Intermezzo lebt vom scharfen Kontrast zwischen orchestraler Ruhe und dreinfahrendem Solofuror. Das Finale gibt sich betont rhythmisch, entwickelt eine kräftige Dosis Drama, und endet schließlich mit selbstbesonnener Introversion. Dieses Konzert ist auch bezüglich der klanglichen Geschlossenheit bei großem Farbenreichtum ein bemerkenswerter Beitrag.

Christoph Schlüren [24.01.2019]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 K. Aho Konzert für Posaune und Orchester 00:31:40
5 Konzert für Trompete und Sinf. Blasorchester 00:31:41

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Jorgen van Rijen Posaune
Alain de Rudder Trompete
Antwerp Symphony Orchestra Orchester
Martyn Brabbins Dirigent
 
2196;7318599921969

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