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CD-Besprechung

Brahms

The Complete Sonatas for Violin and Piano

Brahms

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 05.01.19

Solo Musica SM 295

1 CD • 68min • 2016

Die Violinsonaten von Johannes Brahms waren zu Lebzeiten des Komponisten beliebte und gern gespielte Werke. Die Regenliedsonate op. 78 war eines der Lieblingswerke von Clara Schumann, über das Finale schrieb sie an Brahms: „…diesen letzten Satz wünsche ich mir immer zum Übergang von hier nach Jenseits“. Die A-Dur-Sonate op.100 interpretiert Constantin Floros in seinem Brahms-Buch („Johannes Brahms. Frei, aber einsam“, 1997) als zärtliche Liebesbekundung an die Sängerin Hermine Spies, die ihrerseits ihre Neigung zu Brahms mit dem zweideutigen Begriff „Johannespassion“ belegte . Elisabet von Herzogenberg, die enge Vertraute von Brahms, schwärmte gar über diese Sonate: „…das ist ja eine wahre Liebkosung!“ Der erste Satz dieser Sonate trägt noch dazu die für Brahms untypische Bezeichnung „amabile“.

Wenn man diese Sonaten spielt, kann man also gar nicht anders als zu schwelgen „in den schön hinfließenden Linien der Melodien“, wie Brahms‘ Freund Theodor Billroth schreibt. In diesen Aufnahmen aller Violin-Sonaten von Brahms schwelgt die Geigerin Elmira Darvarova wirklich mit singend-süßem Ton, der durchaus die Tatsache berücksichtigt, dass die beiden ersten Sonaten liedhaft geprägt sind, scheut auch vor schluchzenden Portati nicht zurück – aber alles bleibt geschmackvoll und immer drängend-bewegt, nach vorne gerichtet, immer rhythmisch präzise, so vor allem im Mittelsatz der A-Dur-Sonate, der so apart die Rhythmen wechselt.

Und da hört man auch, wie gut die Geigerin mit ihrem jüngeren Klavierpartner Zhen Chen harmoniert: Das ist ein Ineinandergreifen, Umarmen und Ergänzen im Gefühl, im Mitschwingen des Rhythmus und im Begreifen des motivischen Gewebes. So ist die synkopisch-unruhige Bewegt-, ja Erregtheit der Klavierbegleitung im Kopfsatz der d-Moll-Sonate op.108 fast körperlich spürbar und das verhangen-dichte Klangbild aufregend, im Scherzo scheint sich die Violine mit ihrer Melodik der alles überwältigenden rhythmischen Figuration des Klaviers erwehren zu wollen: ein reizvoll-zärtliches Spiel. Großartig pathetisch wütet dann der Pianist im c-Moll-Scherzo aus der FAE-Sonate.

Rainer W. Janka [05.01.2019]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Brahms Sonate Nr. 1 G-Dur op. 78 für Violine und Klavier (Regenlied-Sonate) 00:24:56
4 Sonate Nr. 2 A-Dur op. 100 für Violine und Klavier 00:18:37
7 Sonate Nr. 3 d-Moll op. 108 für Violine und Klavier 00:19:18
11 Scherzo aus der Violinsonate FAE "Frei, aber einsam" c-Moll 00:04:57

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Elmira Darvarova Violine
Zhen Chen Klavier
 
SM 295;4260123642952

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