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CD/SACD stereo/surround-Besprechung

Ulrich Zeitler

Veni Sancte Spiritus

MDG 902 2045-6

1 CD/SACD stereo/surround • 71min • 2017

24.12.2018

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Der Schweizer Komponist Ulrich Zeitler hat in Freiburg im Breisgau Musik studiert und amtiert nun als Kirchenmusiker in Buchs im Kanton St. Gallen. Vor Jahren hat er schon eine ganze Messe komponiert, die Missa Credo. Nun legt er eine neue Komposition vor: Veni sancte spiritus. Damit verschränkt er textlich die Pfingstsequenz „Veni sancte spiritus“ mit dem Pfingsthymnus „Veni creator spiritus“ und macht daraus 15 musikalische Sätze mit einer Gesamtdauer von 71 Minuten: eine durchaus gewichtiges konzertreifes Werk. Aus dem Chor treten immer wieder einzelne Solisten heraus, die Instrumentierung ist eigenwillig: Klavier, Violine und Viola, dazu eine Klarinette sowie eine Bassklarinette und ein Akkordeon. Das ergibt in manchen Fällen Klänge, die sich tief in den Leib wühlen, deren tiefe Schwingungen scheinbar nicht die Ohren hoch im Kopf, sondern eher in die Magengrube treffen. Manchmal führen sie ein jazziges Eigenleben.

Die Musik erinnert im vollen Chorklang an die Chormusik von Morten Lauridsen und an die skandinavischen Komponisten, bisweilen auch an Karl Jenkins, bietet dissonanzensatte Klänge, psalmodiert und zitiert immer wieder die gregorianischen Urmelodien, verwendet zwischendurch auch Jazz-Rhythmen. Zeitler komponiert nah am Text, übersetzt den Inhalt in bildhafte Klänge, alles bleibt meist – auch rhythmisch – im Nachdenklichkeits-, Besinnlichkeits- und Anbetungsgestus, die Musik hat etwas Hingebungsvolles, Demütiges, sucht immer die spirituelle Tiefe – bis auf das jubelnde Gloria im Hymnus VII.

Schon im Anfang, der den Heiligen Geist anruft, ist im vollen Chorklang mit der sanft expressiven Harmonik etwas vom Wehen und Zittern des Heiligen Geistes hörbar, später (in der Sequentia III) flehen drei Tenöre glühend-innig um Trost, schillert die Musik in meditativem Fluss (in der Sequentia V, die das glückselige Licht, o lux beatissima, feiert), kurz darauf zerfällt die Musik fast, weil die Verlorenheit des Menschen thematisiert wird (in der Sequentia VIII), und gleich darauf gleicht die Musik herabsinkenden akkordschweren Klangwolken (Hymnus III). Der Schluss erfreut mit einer vergnügt groovenden komplizierten Fuge.

All dies ist vom hervorragend besetzten Chor, dem Ensemble 333 unter der Leitung des Komponisten, mit hohem Engagement, grader Stimmführung und leichtem Stimmansatz umgesetzt, vor allem die auch in der Höhe leicht bleibenden Sopranstimmen sind ein Genuss. Alle Sänger beherrschen die Kunst, die dissonant schwebenden Akkorde genau auszuhorchen und die Dissonanzen durchzuhalten, was den Chorklang insgesamt farbig auffächert.

(Rainer W. Janka, am 09. Dezember 2018)

Rainer W. Janka [24.12.2018]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ulrich Zeitler
1Veni Sancte Spiritus 01:11:00

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