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CD-Besprechung

Toivo Kuula

Works for Violin & Piano

Toivo Kuula

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 25.10.18

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cpo 555 148-2

1 CD • 71min • 2017

Sibelius-Liebhaber werden die Ohren spitzen: cpo präsentiert eine Einspielung mit Werken für Geige und Klavier von Toivo Kuula (1883-1918), dem einstigen Schüler des Finnischen Großmeisters. Während sich Sibelius in erster Linie mit groß angelegten Orchesterwerken einen Namen gemacht hat, konzentrierte sich Toivo Kuula auf die kleineren Formen von Lied und Kammermusik. Wie schön wäre es nun, wenn man in ihm ein kammermusikalisches Pendant zu Sibelius entdecken könnte; große, kühle, kühne Musik im vielleicht annähernd gleichen Stile – aber eben im Kleinen.

Wer mit dieser Vorstellung an diese Aufnahme geht, der wird enttäuscht. Dass Kuula ein Nachfolger Sibelius werden könnte, dazu kam es leider erst gar nicht. Der 18 Jahre jüngere Kuula starb, 35-jährig, 39 Jahre vor seinem Meister und immer noch 13 Jahre Jahre vor dem Beginn dessen musikalischen Schweigens. Nur die Violinsonate op. 1, das fast halbstündige Werk des 24-jährigen Kuula, zeigt die Kombination von Können und Ambition die langfristiges Interesse an Kuulas Musik vermitteln könnte. Das ist, in etwa im Brahmsschen Stil gehalten, expansive spät-romantische Kammermusik ohne harmonische Klippen oder Überraschungen dafür aber voller Leidenschaft. Den besondern Ton des sinfonischen Sibelius freilich wird man hier (wie aber auch in den meisten Kammermusikwerken von Sibelius selbst) nicht finden. Als Nicht-Finne wird man im Zweiten Satz vielleicht kurz an die ersten Noten der Zither in Johann Strauß‘ Geschichten aus dem Wienerwald erinnert; die Ähnlichkeit ist aber rein zufällig und führt nicht in die gleiche Richtung. Die einzige Parallele hier ist die Liebe zur jeweiligen Volksmusik.

Kuula war, wie auch die gleichaltrigen Kollegen Enescu und Bartók – ein passionierte Sammler und Vertoner von Volksmusik. In Kuulas Fall freilich nicht Zentraleuropäischer sonder der seiner Heimat, dem südlichen Österbotten (der Westküste Finlands). Die meisten hier eingespielten Werke entstammen dieser Liebe zur Volksmusik und sind darauf basierende Hausmusik im besten, wenn auch inzwischen fast ausgestorbenen Sinne. Damit sitzt die Musik zwischen zwei Stühlen: Zu anspruchsvoll um heute noch in vielen Haushalten gespielt zu werden; zu wenig anspruchsvoll und zu kurz, um als Konzertmusik bewonders attraktiv zu sein. Wer die zu Grunde liegenden Melodien nicht kennt, an dem geht zudem noch der folkloristische Charme vorbei. Was bleibt ist – die feine Sonate in e-Moll ausdrücklich ausgenommen – nette Musik (im Falle von Kesäilta – „Sommerabend“ – sogar besonders berührende), die hier von Nina Karmon und Oliver Triendl ausgezeichnet und passioniert gespielt wird.

Jens F. Laurson [25.10.2018]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 T. Kuula Sonate e-Moll op. 1 00:28:40
4 Stücke op. 3a 00:15:12
9 Ut min väg i världen gar 00:01:08
10 Elä itke impeni nuori 00:01:03
11 Sonate F-Dur 00:10:21
12 Stücke op. 22 00:08:32
14 Pohjalainen tanssi 00:02:07
15 Kesäilta 00:01:59

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Nina Karmon Violine
Oliver Triendl Klavier
 
555 148-2;0761203514823

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