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CD-Besprechung

Rolf Martinsson

Presentiment

Rolf Martinsson

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 14.07.18

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BIS 2133

1 CD/SACD stereo/surround • 73min • 2015

Emily Dickinson (1830-86) gilt heute als bedeutendste amerikanische Dichterin, doch wurden ihre Gedichte zu ihren Lebzeiten nicht gedruckt und kamen nach ihrem Tod in von wohlmeinenden Angehörigen stark bearbeiteter Form heraus. Erst in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurden sie in ihrer Originalgestalt veröffentlicht und haben seither verschiedene Komponisten zur Vertonung angeregt. Das prominenteste Beispiel sind die Twelve Poems of Emily Dickinson von Aaron Copland (1950, Orchesterfassung 1970). Der Schwede Rolf Martinsson (Jg. 1956) schätzt an der Dichterin die kurze und präzise Beschreibung von Augenblicken und Ereignissen, ihre lyrischen Momentaufnahmen. Warum er dieser Einfachheit mit einem riesigen Orchesterapparat beizukommen versucht, ist ästhetisch nicht ganz nachvollziehbar. Die Sängerin Lisa Larsson, der sein Dickinson-Zyklus op. 82a gewidmet ist und die an der Erarbeitung der Sopranfassung beteiligt war – die Uraufführung sang die Mezzosopranistin Anne-Sofie von Otter -, erweist sich in der vorliegenden Einspielung als eine Ausdruckskünstlerin par exelllence, die alle Nuancen der Dichtungen auszukosten versteht.

Eingebettet sind die Lieder in drei anlassbezogene Orchesterkompositionen. Die Konzertouvertüre Open Mind op. 71 entstand im Auftrag des Schwedischen Rundfunk-Symphonieorchesters als Eröffnungswerk für das Baltic Sea Festival 2005, das Concerto for Orchestra op. 81 auf Einladung des Royal Stockholm Philharmonic Orchestra, das 2008 eine Retrospektive von Martinssons Werken durchführte. A. S. in Memoriam op.50b (1999/2001) ist eine Hommage an Arnold Schönberg, allerdings nicht den Vater der Zwölftonmusik, sondern den Schöpfer des spätromantischen Streichsextetts Verklärte Nacht, das hundert Jahre zuvor entstanden war. An einer Stelle wird Schönbergs Original direkt zitiert. Der Titel von op. 71 läßt sich bei Martinsson auch übersetzen mit „offen für Einflüsse aller Art“, die Musik versucht unbelastet von Trends und Stilrichtungen „mit dem Hörer zu kommunizieren“. Dabei verlässt der Komponist die traditionelle Tonalität kaum. Das Konzert für Orchester ist eine freie Phantasie über Themen aus seinen vorausgegangenen Werken, einige Takte stammen aus Schönbergs Pelleas und Melisande. Martinsson liebt markante Satzbezeichnungen wie „Con forza“, „molto espressivo“ oder „tumultuoso“, aber auch in den stilleren Passagen arbeitet er immer „con effetto“. Diese leicht eingängige findet im Royal Stockholm Philharmonic Orchestra unter den Dirigenten Andrew Manze und Sakari Oramo (op. 81) die wohl bestmöglichen Interpreten.

Ekkehard Pluta [14.07.2018]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 R. Martinsson Open Mind op. 71 00:09:35
2 We Met at Sparks op. 82a (Songs of Love - aus: Orchestral Songs on Poems by Emiliy Dickinson op. 82a) 00:02:05
3 What I See Not op. 82a (Songs of Love) 00:03:34
4 If You Were Coming in the Fall op. 82a (Songs of Love) 00:02:01
5 Nature op. 82a (Songs of Nature) 00:02:30
6 As Imperceptibly as Grief op. 82a (Songs of Nature) 00:05:15
7 A Soft Sea op. 82a (Songs of Nature) 00:01:57
8 If I Can Stop One Heart from Breaking op. 82a (Songs of Life) 00:02:34
9 Presentiment op. 82a (Songs of Life) 00:03:21
10 Split the Lark op. 82a (Songs of Life) 00:01:56
11 Fame is a Bee op. 82a (Songs of Life) 00:00:51
12 A. S. In Memoriam op. 50b 00:10:05
13 Concerto for Orchestra op. 81 00:26:20

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Lisa Larsson Sopran
Royal Stockholm Philharmonic Orchestra Orchester
Andrew Manze Dirigent
Sakari Oramo Dirigent
 
2133;7318599921334

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