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CD-Besprechung

Alla turca

Andreas Romberg Symphony No. 4

Alla turca

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 31.05.18

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cpo 555 175-2

1 CD • 60min • 2017

Den Türken haben wir nicht nur den Kaffee zu verdanken, auch in der Musik haben sie Spuren hinterlassen. Es war seinerzeit der letzte Schrei: türkische Anklänge in der Musik, mit Orientalismen und auch Tschingderassabum – und das nicht zu knapp. Gut 100 Jahre nachdem die Türken vor Wien gestanden hatten und die Eroberung der westlichen Welt drohte, war die Verwendung von Anklängen und Topoi aus der arabischen Welt große Mode, eine so große freilich, dass auch Komponisten wie Wolfgang Amadeus Mozart und Joseph Haydn sich davor nicht drücken konnten. Mozarts Rondo alla turca ist wohl das bekannteste Beispiel dafür. Aber auch ein Komponist wie Andreas Romberg, der seinerzeit in einem Atemzug mit ersteren genannt wurde, hat sich dieses Trends bedient.

Zu hören ist dies auf der CD, die das Collegium Musicum Basel unter ihrem musikalischen Leiter Kevin Griffiths mit Werken dieser drei Komponisten eingespielt hat. Man nutzt offensichtlich ein modernes Instrumentarium, bedient sich aber vieler Ansätze aus der sogenannten historisch informierten Interpretationspraxis, so klingt es jedenfalls, wenn die Musiker die Werke Rombachs, Mozarts und Haydns mit großartigem Schwung, feinnerviger Artikulation und musikalischem Raffinement spielen, der eines zeigt: hier wird Musik auf der Stuhlkante gemacht und nicht im bequemen Lederfauteuil.

Rombergs vierte Sinfonie ist ein beredtes Beispiel für den Orientalismus jener Zeit und auch kompositorisch steht sie nicht hinter den Werken von Zeitgenossen zurück. Die weiteren Werke diese CD – Mozarts fünftes Violinkonzert und Haydns Ouvertüre zu L’Incontro improvviso – fügen sich bestens in das Programm dieser CD ein, da auch sie orientalische Bezüge aufweisen. Nicht zuletzt die Alla turca-Passage im Finalsatz ist hochinteressant - nicht nur, weil Julia Schröder als Solistin sich hier mächtig ins Zeug legt. Auch sonst hinterlässt sie mit ihrem brillanten und musikalisch ausgereiften Spiel einen ausgezeichneten Eindruck, wie überhaupt die ganze Einspielung.

Guido Krawinkel [31.05.2018]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 A. Romberg Sinfonie Nr. 4 op. 51 (Alla turca) 00:23:47
5 W.A. Mozart Konzert Nr. 5 A-Dur KV 219 für Violine und Orchester 00:29:04
8 J. Haydn L' incontro improvviso 00:07:16

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Julia Schröder Violine
Collegium Musicum Basel Orchester
 
555 175-2;0761203517527

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