Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

CD-Besprechung

Musik aus Schloss Wolfenbüttel II

Johann Rosenmüller - Sacred Concertos on Psalm 31

Musik aus Schloss Wolfenbüttel II

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 26.03.18

label_928.jpg
→ Katalog und Neuheiten

cpo 555 165-2

1 CD • 62min • 2017

Er war ein hochgeschätzter Komponist, dessen Kunst ein Heinrich Schütz wie auch Georg Philipp Telemann und Johann Mattheson lobten – und er war ein stets flüchtender Mensch, der wegen seiner angeblichen homosexuellen und pädophilen Neigungen immer wieder versuchte, zwischen Deutschland und Italien zu pendeln, um einer Gefängnisstrafe zu entkommen: Johann Rosenmüller führte wahrhaftig ein unruhiges Leben zwischen Erfolg und Verachtung. Dies schmälert allerdings nicht die hochkarätige musikalische Qualität seiner hinterlassenen Werke, und die vorliegende Einspielung von sieben Vertonungen des Psalmes In te, Domine, speravi liefert dafür ein exzellentes Zeugnis.

All die sieben Werke sind in unterschiedlichen Besetzungen verfaßt von zweichörigen, im Klang recht opulenten Versionen bis zu kammermusikalisch feinen Vertonungen mit einer oder zwei Singstimmen und wenigen Instrumenten. Diese Vielfalt bietet schon an sich eine kontrastvolle Ausdruckspalette; hinzu kommt, dass Rosenmüller dem „Kernsatz“ des Textes, nämlich „In manus tuas commendo spiritum meum“ („In Deine Hände befehle ich meinen Geist“), eine deutliche Voranspielung auf die letzten Worte Jesu am Kreuz, einen besonderen Akzent verleiht.

Es sind also nicht nur in der Besetzung der sieben Vertonungen, sondern auch innerhalb der einzelnen Werke viele Nuancen des Ausdrucks wahrzunehmen, und das Ensemble Weser-Renaissance kostet diese ungemein vielsichichtig aus. Zweichörige Effekte (tr. 1) werden ebenso genußvoll entfaltet wie fast verspielte Momente (tr. 5) oder virtuos-verzierte Passagen (tr. 3 und 4), um inmitten dieser Texturen den Kernsatz mit expressiv-dramatischen Akzenten hervorzuheben. Wie es bei diesem Ensemble „Standard“ ist, wirken Intonation, Textartikulation und die Balance zwischen den einzelnen vokalen und instrumentalen Stimmen vorbildlich.

Dr. Éva Pintér [26.03.2018]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Rosenmüller In te Domine speravi für Doppelchor, 5 Vokalsolisten, 5 Instrumente und Generalbass 00:04:09
2 In te Domine speravi für Alt, Tenor, 2 Violinen und Generalbass 00:09:02
3 In te Domine speravi für Sopran, 2 Violinen und Generalbass 00:10:37
4 In te Domine speravi für Tenor, 2 Violinen und Generalbass 00:09:18
5 In te Domine speravi für Sopran, Alt, 2 Violinen und Generalbass 00:10:42
6 In te Domine speravi für 2 Soprane, 2 Tenöre, 2 Violinen und Generalbass 00:08:37
7 In te Domine speravi für Alt, 2 Violinen, 2 Viole da gamba, Fagott und Generalbass 00:09:18

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Weser-Renaissance Ensemble
Manfred Cordes Dirigent
 
555 165-2;0761203516520

Bestellen bei jpc

label_928.jpg
→ Katalog und Neuheiten

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

⇑ nach oben

Fröhliche Frühromantik für Fagottisten

Für das „große Finale“ hatten die Kandidaten die Auswahl zwischen dem mit der italienischen Oper kokettierenden Concertino von Bernhard Crusell und einem der beiden größer dimensionierten Konzerte von Carl Maria von Weber oder Johann Nepomuk Hummel.

→ weiter...

Faszinierende Cellisten

Im Finale der Cellisten begeisterten gestern die drei Teilnehmer, die mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung der Dirigentin Eun Sun Kim die Cellokonzerte von Robert Schumann und Dmitrij Schostakowitsch aufführten.

→ weiter...

Clarté und Geräusch

Das Semifinale der Fagottisten nutzte die Jury, um die stilistische Wandelbarkeit der Teilnehmer zu durchleuchten, denn neben dem in allen Orchestervorspielen obligatorischen Konzert B-Dur KV 191 – ohne Dirigent – des 18jährigen Mozart im Galanten Stil der 1770er Jahre waren die Avantgarde-Kunststücke der Auftragskomposition von Milica Djordjevic zu bewältigen.

→ weiter...

Neue CD-Besprechungen

1825
Gustav Mahler
Favourites
C.P.E. Bach
Organ Music for the Synagogue

Neue CD-Veröffentlichungen

Heino Eller
Carl Czerny
Jalbert | Bach | Pärt | Vasks
Beethoven

CD der Woche

tr!jo sonaten

tr!jo sonaten

Die dreistimmige Sonate, bestehend aus 1. und 2. Stimme sowie Basso continuo, wurde unter dem Namen „Triosonate“ oder schlicht „Trio“ zu einer der ...

Weitere 67 Themen

Heute im Label-Fokus

Sinus

Kathedrale Segovia
Daroca
Nicolas-Antoine Lebègue<br />Orgelwerke
Uranienborg

→ Infos und Highlights

Klassik Heute Zahl des Tages

Bei Klassik Heute finden Sie

901

Texte

→ mehr Zahlen und Infos

Impressum Kontakt AGBs Datenschutz Haftungsausschluss Mediadaten Sitemap

© Klassik Heute GbR

jpc
ARD-Wettbewerb 2019