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CD/SACD stereo/surround-Besprechung

Rachmaninov

Piano Concertos 2 & 3

BIS 2338

1 CD/SACD stereo/surround • 75min • 2017

14.03.2018

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Nachdem BIS-Exklusivpianist Yevgeny Sudbin die ‚unbekannteren’ Rachmaninoff-Konzerte aufgenommen hat, präsentiert er sich nun mit den zwei populären Großwerken des russischen Magiers: mit den Konzerten Nr. 2 und 3. Er wird entsprechend prominent sekundiert vom BBC Symphony Orchestra unter Chefdirigent Sakari Oramo. Selbstverständlich erfüllt Sudbin die pianistischen Voraussetzungen, um diese Konzerte souverän so zu gestalten, wie er sich das wünscht. Und das Orchester unter Oramo erweist sich als so flexibler wie präziser Idealpartner bei der schärfster historischer Konkurrenz sich aussetzenden, anspruchsvollen Unternehmung. Ich muss gestehen, dass ich dabei manchmal das lyrische Element etwas vermisse und mir sicher bin, dass Sudbin hier über ein noch höheres Potential verfügt, wobei die Versuchung eben auch sehr nahe liegt, auch da, wo es nicht so erforderlich ist, die schlagkräftige Pranke zu zeigen und der Energie in abruptem Herausfahren und waghalsigem Beschleunigen die Zügel schießen zu lassen. Das alles geschieht bei allen Beteiligten auf einem hohen instrumentalen Niveau, welches nicht infrage zu stellen ist.

Sudbin ist kein ‚quadratischer’ Spieler, sondern liebt das flexible Changieren der Artikulation und des Tempos. Und Rachmaninoff braucht viel Rubato, das er in den deutlich erforderlichen Fällen auch klar notiert. Vielfach macht es Sudbin hier seinen Partnern alles andere als leicht, und Sakari Oramos Fähigkeit, mit blitzschnellen Reaktionen und rhythmischer Clarté mitzugehen bzw. auch vieles vorauszuahnen, verdient besondere Erwähnung, wie auch seine grundsätzliche Aufmerksamkeit darauf, dass das klangliche Geflecht auch in kräftigerer Dynamik außergewöhnlich transparent bleibt. Immer wieder sind die Ritenuti schlicht darauf angelegt, offensichtlich von einem schnelleren in ein getrageneres Tempo überzuleiten, und hier muss man den Solisten fragen, warum er da öfters breiter wird, als es der Anschluss fordert, warum er also einen lokalen Effekt schafft statt eines organischen Übergangs. Machen kann er eigentlich alles, also kann man das auch von ihm erwarten. Was nicht dazu führen soll, diese ausgesprochen brillanten und klanglich sehr kultivierten Aufführungen geringer zu schätzen, sondern lediglich dazu, Vorzüge und Schwächen differenziert zu betrachten.

Ein hohes Verdienst der Tontechniker ist es, dass die traditionelle Grundforderung, in Solokonzerten möglichst viele Feinnuancierungen des Solisten, die man im Saal meist nur ahnen könnte, deutlich hörbar zu machen, und dafür den Klang des Orchesters möglichst wenig zurückzunehmen, ihn also nicht der Kraft und Fülle zu berauben, in außerordentlich hochkarätiger Weise erfüllt wird. Es gibt hierfür keine Ideallösung. Nur der Solist, der Dirigent und vielleicht die Musiker an den ersten Streicherpulten werden den Solisten eventuell so klar hören können wir der Hörer dieser Aufnahmen. Und zwei oder vier Boxen werden niemals eine entsprechende räumliche Vielfalt bieten können wie der ideale Platz in einer realen Akustik – der freilich kaum einem Sitzplatz in den Publikumsreihen entspricht. Jedenfalls ist hier das Kunststück, das Unmögliche möglich machen zu wollen, auffallend weit getrieben, was allerdings bei einem Klavier mit seiner Kraft, Prägnanz und Klangfülle viel einfacher ist als etwa bei einem Geigensolisten. Den Booklettext steuerte diesmal leider nicht Sudbin selbst bei (seine Texte sind stets sehr eigentümlich und lesenswert). Die Einführung von Andrew Huth ist solide und verständlich geschrieben.

Christoph Schlüren [14.03.2018]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Sergej Rachmaninow
1Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 18 00:32:05
4Konzert Nr. 3 d-Moll op. 30 für Klavier und Orchester 00:42:15

Interpreten der Einspielung

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