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CD-Besprechung

Carl Reinecke

Aschenbrödel • Der Schweinehirt

Carl Reinecke

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 07.02.18

cpo 555 084-2

1 CD • 71min • 2016

Nach der positiven Aufnahme von Die wilden Schwäne setzen sich Mitglieder der Detmolder Musikhochschule um den Pianisten Peter Kreutz ein zweites Mal für den vergessenen Carl Reinecke (1824-1910) ein, der als Kapellmeister am Leipziger Gewandhaus und als Pianist zu seiner Zeit eine feste Größe im Musikleben war, sich aber als Komponist keineswegs überschätzte. Die beiden Märchenspiele, die jetzt vorliegen, sind sicher keine Kunstwerke für die Ewigkeit, aber die Mühe, sie auszugraben hat sich dennoch gelohnt. Einmal wegen der originellen Erzählformen, dann wegen der durchweg gefälligen und eingängigen Musik.

Das Aschenbrödel-Märchen wird in gereimten Versen (Heinrich Carsten) nacherzählt und durch einige wenige, nur vom Klavier begleitete Solo-Gesänge der Titelfigur und eines Vögleins sowie kleine Chöre unterbrochen. Anstelle des bekannten grausamen Endes steht ein Friedenshymnus. Im Schweinehirt verzichtet Reinecke ganz auf die menschliche Stimme und ergänzt die ebenfalls gereimte Erzählung eines unbekannten Autoren durch illustrierende Instrumentalstücke, wobei zwei Klaviere die Aufgabe haben, ein Orchester zu imaginieren, das den Gesang der Nachtigall nachahmt oder den Gesang eines Zaubertopfes. Das ist sehr reizvoll eklektisch gemacht, man spürt den Klaviervirtuosen Reinecke aus jedem Stück, wobei nicht nur Schumann und Brahms als Referenzen erkennbar sind, sondern – vor allem in der abschließenden Polonaise - auch Chopin.

Martin Christian Vogel, Diplom-Theologe und Operntenor, findet für die unterschiedlichen Erzählerrollen den richtigen Ton: naiv, ohne betulich zu werden, im Aschenbrödel, lakonisch-witzig im Schweinehirt. Peter Kreutz, Stütze des ersten Werkes, findet in letzterem gemeinsam mit Cornelia Weiß zu beträchtlicher pianistischer Brillanz. Die beiden Sängerinnen und der betont kindlich singende Frauenchor sprengen dagegen den Rahmen einer Hochschul-Aufführung nicht.

Ekkehard Pluta [07.02.2018]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 C. Reinecke Aschenbrödel op. 150 (Dichtung nach Grimms Märchen von Heinrich Carsten) 00:39:00
22 Der Schweinehirt op. 286 (Märchen von Hans Christian Andersen) 00:32:06

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Rebecca Blanz Aschenbrödel - Mezzosopran
Gun Young An Vöglein - Sopran
Martin Christian Vogel Erzähler
Cornelia Weiss Klavier
Peter Kreutz Klavier
 
555 084-2;0761203508426

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