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CD-Besprechung

Manfred Reuthe

Grieg • Reger • Busoni • Schumann

Manfred Reuthe

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 28.11.17

Bella musica BM312468

1 CD • 76min • 2016

Was hat den Pianisten Manfred Reuthe nur zu dieser Programmzusammenstellung bewogen? Zuerst die noch ziemlich unbeholfen umherlichternde Sonate e-Moll op. 7 von Edvard Grieg, dann die burschikos-heiteren Humoresken von Max Reger, darauf immerhin die immer noch ziemlich revolutionäre Sonatina seconda von Ferruccio Busoni und zum Schluss die Schumann’schen Symphonischen Etüden, von denen es alleine bei jpc schon über 230 Aufnahmen gibt? Da wäre eine CD nur mit Reger und Busoni wesentlich aufregender gewesen.

Die Grieg-Sonate kann auch der kraftvoll-entschlossene Zugriff nicht retten, der bisweilen ins Verzweifelt-Ehrenretterische umschlägt. Den Reger’schen Humoresken tut diese Entschlossenheit jedoch durchaus gut, die spielerische Figuration der letzten beiden bekommt dadurch und durch die Reuthe’sche Brillanz einen schärferen Umriss und einen mitreißenden Schwung.

Der Sonatina secunda gewinnt Reuthe im Andante tranquillo gläsern-opake Klänge ab, die dem insgesamt ins Transzendente schweifenden Werk gut anstehen. Nicht umsonst wird die Nähe dieser Sonatine zu Busonis Oper Doktor Faustus hervorgehoben. In den anderen Teilen meißelt Reuthe die Töne, ähnlich wie man es von Busoni hörte. Dadurch ergibt sich eine starke Körperlichkeit des Klanges, die dieser Komposition fast etwas Herrisch-Triumphales gibt. Und es herrscht durchaus die „kristalline Anschaulichkeit und Deutlichkeit“, die Hans Heinz Stuckenschmidt (in: “Schöpfer der neuen Musik“) dieser Sonatina zuschreibt.

Plastische Deutlichkeit, Energie und virtuose Brillanz sind die Kennzeichen der Interpretation der Symphonischen Etüden. Manchmal wünscht man sich – wie in der Etüde III – ein bisschen mehr verführerische Eleganz, manchmal – wie in der Etüde IV – noch etwas mehr Marsch-Explosivität, manchmal - wie in der Etüde IX - mehr vorantreibendes Presto, manchmal – wie im Finale – das Rauschhaft-Überschwängliche. Interessanterweise überzeugen die hinzugefügten bzw. hineingemischten Variations posthumes aus dem Nachlass am meisten.

(Rainer W. Janka, am 16. November 2017)

Rainer W. Janka [28.11.2017]

ClavierTage Göttingen

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 E. Grieg Klaviersonate e-Moll op. 7 00:17:51
5 M. Reger Fünf Humoresken op. 20 00:12:38
10 F. Busoni Sonatine Nr. 2 für Klavier 00:09:48
12 R. Schumann Sinfonische Etüden op. 13 00:35:55

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Manfred Reuthe Klavier
 
BM312468;4014513033543

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