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CD-Besprechung

Franz Liszt • Antonín Dvořák

Lieder • Melodramen • Klavierwerke

Franz Liszt • Antonín Dvořák

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 20.09.17

Clavier 11

1 CD • 77min • 2017

Das Ehrbar!-Ensemble - bestehend aus der Sopranistin Heidrun Blase, dem Rezitator Rudolf Krieger und dem Pianisten Gerrit Zitterbart - verdankt seinen Namen nicht seinen ehrbaren künstlerischen Absichten, sondern benennt sich nach dem Klavierbauer Friedrich Ehrbar (1827-1905), dem die drei Künstler seit 2015 in seiner Heimatstadt Hildesheim alljährlich ein Festival widmen, wobei ein von ihm 1874 erbauter Flügel zum Einsatz kommt. Die Gruppe verbindet diese Aktivitäten mit einem pädagogischen Projekt, das Kinder und Jugendliche an die klassische Musik heranführen soll. Auf den vielbeachteten Start mit „Klasse, endlich Klassik“ folgte in diesem Jahr das Programm „Komponisten zwischen den Kulturen“, das Lieder, Melodramen und Klavierstücke von Franz Liszt und Antonín Dvořák präsentierte.

Bei Liszt, der schon im Kindesalter erst nach Wien, dann nach Paris verpflanzt wurde und sich eher unter Mühen seinen ungarischen Wurzeln annähern musste, ist das kulturelle Spannungsfeld offensichtlicher als bei Dvořák, der fest in der Musik seiner böhmischen Heimat verwurzelt war, aber starke Eindrücke von der deutschen Musik empfing und schließlich in Amerika auch künstlerisch seinen Horizont erweiterte.

Bei der Auswahl der Liszt-Stücke wurde auf die bekannten Virtuosenstücke seiner jungen Jahre verzichtet, stattdessen sind einige Alters-Petitessen zu hören, deren Tonsprache bereits in die Moderne weist. Hinzu kommen aus der mittleren Periode zwei Melodramen nach Balladen von Lenau und Bürger, in denen Liszt anders als in seinen Liedern, wo das Klavier oft die Gesangsstimme dominiert, die instrumentalen Kommentare zu den rezitierten Texten sehr knapp, beinahe marginal ausfallen lässt.

Den Rahmen und beinahe Hauptteil der CD bilden drei Lied-Zyklen von Dvořák, wobei die Liebeslieder op. 83 – eine revidierte Fassung des Jugendwerkes Zypressen op.2 – durch den phantasievollen und variablen Klavierpart die meiste Aufmerksamkeit verdienen. Der Komponist verbindet hier wie schon in den früheren Zyklen op.31 und op. 73 den heimischen Volkston mit der deutschen Liedtradition nach Schubert.

Die Liebeslieder liegen schon in mehreren prominent besetzten Aufnahmen (u.a. mit Bernarda Fink, Edita Gruberová und Magdalena Kožená) vor. Es spricht für Heidrun Blase, dass sie sich neben diesen Größen nicht verstecken muß. Ihr reifer und doch frisch klingender lyrischer Sopran blüht in der Höhe leuchtkräftig auf und sie zeigt hier wie in den anderen Zyklen das richtige Gespür für das musikalische Idiom. Beim Textverständnis der im Falle von op. 83 deutsch gesungenen Lieder bleiben Wünsche offen. Der Moderator und Journalist Richard Krieger erweist sich in den Melodramen als kompetenter Rezitator, die „Lenore“ geht er zunächst in einem sachlichen Ton an, versucht dann aber im Verlaufe der Ballade zu schauspielern, was weniger überzeugt. Die Seele des Unternehmens ist der Pianist Gerrit Zitterbart, ein uneitler Diener am Werk und eine verlässliche Stütze seiner Partner. Auch in seinen wenigen Solo-Stücken findet er den richtigen Ton. Die durch viele Bearbeitungen etwas überstrapazierte Humoreske Nr. 7 von Dvořák erklingt hier ohne jede Süßlichkeit und wie sie wohl gedacht ist: Poco lento e grazioso.

Ekkehard Pluta [20.09.2017]

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Heidrun Blase Sopran
Rudolf Krieger Rezitation
Gerrit Zitterbart Klavier
 
11;4012652000112

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