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CD-Besprechung

Angela Cholakian Piano

Chopin Hummel Liszt Babajanian Atavistic Music

TYXart TXA15064

1 CD • 71min • 2016

05.05.2017

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Virtuosenfutter und Entdeckerfreuden. So könnte man diese CD wohl zusammenfassen, denn zu hören gibt es Werke von Franz Liszt und Frédéric Chopin, die man im besten Sinne zum Kernrepertoire der Klaviermusik rechnen darf, und Sonaten von Franz Hummel und Arno Babajanian. Letztere dürften einen breiteren Publikum kaum bekannt sein, Babajanian noch weniger als Hummel, der immerhin schon 22 abendfüllende Opern geschrieben hat, die zum größten Teil auch auf deutschen Bühnen aufgeführt wurden. Von ihm spielt Angela Cholakian die zweite Klaviersonate, deren Untertitel „Hypnosis“ lautet.

Hypnose wird gemeinhin als tiefenentspannter Bewusstseinszustand beschrieben, dessen Besonderheit eine extrem eingeschränkte und auf wenige Inhalte ausgerichtete Aufmerksamkeit ist. Das erschließt sich beim Zuhören jedoch nur bedingt, mutet dieses gut 20 Minuten dauernde Stück doch zuweilen als zielloses Herummäandern an. Stilistisch erinnert es mal an dies und das; Bach, Beethoven, Schumann und Mendelssohn lassen hier und da grüßen und doch fehlt irgendwie ein zündender Funke. Die wie eine kursorische Improvisation klingende Musik ist zweifellos weit davon entfernt neutönerisch oder avantgardistisch zu klingen. Aber um sich ihre Faszination zu erschließen, bedarf es vermutlich des wiederholten Hörens.

Keinen Anlass zum Zweifel gibt jedoch das Spiel von Angela Cholakian. Sie interpretiert nicht nur Hummels Sonate mit großartigem Nachdruck und beeindruckender Vehemenz, auch Babajanians horrend schwieriger Polyphoner Sonate ist sie mehr als nur gewachsen. Das Stück ist eine außergewöhnliche Verbindung von musikalischem Lokalkolorit und polyphoner Fugenkunst, ein faszinierendes und absolut hörenswertes Stück Musik! Angela Cholakian spielt mit interpretatorischem Weitblick und technischem Raffinement, davon hörte man gerne mehr. Auch Chopins Grande Polonaise op. 22 und Liszts Quasi-Sonate Après une lecture de Dante spielt sie mit so viel Brillanz und noch mehr Sensibilität, dass es absolut hinreißend ist.

Guido Krawinkel [05.05.2017]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Frédéric Chopin
1Andante spianato et Grande Polonaise brillante Es-Dur op. 22 00:14:56
Franz Hummel
2Klaviersonate Nr. 2 (Hypnosis) 00:20:16
Franz Liszt
3Après une lecture de Dante S 161:7 (Fantasia quasi Sonata, aus: Années de pèlerinage duexième année – Italie) 00:18:14
Arno Harutyuni Babadzhanian
4Polyphone Sonate 00:14:50

Interpreten der Einspielung

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