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CD-Besprechung

Ligeti

Piano Concerto • Cello Concerto • Chamber Concerto • Melodien

Ligeti

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 02.02.17

Klassik Heute
Empfehlung

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BIS 2209

1 CD/SACD stereo/surround • 72min • 2014, 2015

Dieses Album des exzellenten norwegischen BIT20 Ensemble unter dem Schweizer Baldur Brönnimann kombiniert drei der mikropolyphonen Hauptwerke György Ligetis zwischen 1966 und 1971 (Cellokonzert, Kammerkonzert für 13 Instrumente und Melodien für Orchester) mit dem 1985-88 komponierten Klavierkonzert, in welchem Ligeti nach dem Studium afrikanischer Musik und Conlon Nancarrows seinen Stil extrem verändert hatte. Allen Werke ist zumindest streckenweise eine extrem hohe Komplexität zu eigen und überall finden sich klanglich sehr heikle Passagen, was besonders im Cellokonzert vor allem mit extrem leisen dynamischen Graduierungen zu tun hat. Jedenfalls ist man in diesen Partituren froh, wenn man es geschafft hat, sie weitestgehend makellos zu exekutieren, und abgesehen von den dynamischen Feinheiten wird wohl niemand von subtilen Ausdruckswerten bei der Umsetzung sprechen können. Für den Hörer, auch falls er versiert sein sollte, ist es aufgrund der Überkomplexität insbesondere in rhythmischer Hinsicht eine glatte Überforderung, wirklich durchgehend zu beurteilen, wie gut die Aufführungen sind – es sei denn, er hat schon selbst welche bestritten. Ligeti drang immer tiefer in die engen Räume der Mikrostrukturen ein, bis er schließlich auch Aspekte der Mikrotonalität einbeziehen sollte. So dicht und teilweise auch wild seine Musik gearbeitet ist, strahlt sie doch stets eine erratische Kühle aus und verweigert sich der Expression.

Das Cellokonzert von 1966 kann man nicht gerade als ein für den Solisten besonders dankbares Werk bezeichnen, doch umso fragiler und manchmal auch ins Bedrohliche umkippend ist das, was das gesamte Ensemble zu leisten hat. Christian Poltéra versteht es, den Solopart mit geradezu idealer Geschmeidigkeit, Clarté und höchster Präzision herauszumeißeln – was so nur gelingen kann, da alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Gleiches gilt auch für das Klavierkonzert, diese äußerst herausfordernde Partitur, in welcher der Pianist Joonas Ahonen im Zentrum steht. Für das faszinierend verwobene Kammerkonzert von 1969-70 und die nicht weniger hochkomplexen Melodien für Orchester von 1971 gilt im selben Maße: Falls man irgend etwas daran besser machen kann, hat sich dies meiner Wahrnehmung entzogen. Und da auch die Tontechnik die Strukturen wirklich so trennscharf wie mischfähig durchleuchtet, kann diese CD nur rundherum empfohlen werden, inklusive des gut informierenden Booklettexts von Arnold Whittall. Sie ist in ihrer Vielseitigkeit übrigens nicht nur den hartgesottenen Kennern, sondern auch denen zu empfehlen, die erstmals mit der eigentümlichen Welt dieses Komponisten in Kontakt kommen und sich in seinem Schaffen orientieren wollen.

Christoph Schlüren [02.02.2017]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Ligeti Violoncellokonzert (1966) 00:16:00
4 Kammerkonzert für 13 Instrumentalisten 00:18:24
7 Melodien 00:12:32
8 Konzert für Klavier und Orchester 00:23:26

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Christian Poltéra Violoncello
Joonas Ahonen Klavier
BIT20 Ensemble Ensemble
Baldur Brönnimann Dirigent
 
2209;7318599922096

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