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CD-Besprechung

C.P.E. Bach

The Solo Keyboard Music 31

"Für Kenner und Liebhaber"

C.P.E. Bach

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 10.08.16

Klassik Heute
Empfehlung

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BIS 2131

1 CD • 73min • 2014

Mit einer Auswahl von Sonaten aus den ersten beiden der sechs Sammlungen von Sonaten, Rondos und Fantasien „für Kenner und Liebhaber“ beginnt Miklós Spányi im Rahmen seiner Gesamteinspielung der Clavierwerke Carl Philipp Emanuel Bachs seine Interpretation dieses Opus, das der Komponist zwischen 1779 und 1787 gewissermaßen als clavieristischen Schwanengesang veröffentlicht hat.

Seit Jahrzehnten hatte C. Ph. E. Bach auch im Bereich seiner eigensten Kunst, der Claviermusik, eine breite Wirksamkeit entfaltet, von Widmungswerken für fürstliche Gönner über Lehrwerke – man denke an die Kompositionen, die seinen „Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen“ begleiteten. Als alter Mann (zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der ersten Sammlung war er 65 Jahre, das Alter, in dem sein Vater gestorben war), wendet er sich nun an ein Publikum, das seine Kunst versteht – „Kenner und Liebhaber“ eben – und breitet noch einmal das gesamte Spektrum seines Einfallsreichtums als Komponist für das Soloclavier in Sonaten, Rondos und Fantasien aus: Alles Genres, deren Zukunft er durch sein originelles, fantasievolles und hochintellektuelles Schaffen maßgeblich mitbestimmt hat. Von Respekt und Bewunderung zeugende Äußerungen Haydns, Mozart und Beethovens, der Trias der Wiener Klassik, für diesen Bach-Sohn belegen, dass er zu Lebzeiten der berühmteste Bach war.

Spányi vereint vier Sonaten der ersten Sammlung mit den drei Sonaten der zweiten Sammlung, die bereits im Verein mit Rondos erschienen. Er begründet seine Zusammenstellung damit, dass diese Stücke für das Clavichord besonders geeignet seien und vertröstet seine Zuhörerschaft auf den kommenden Teil der „Sonaten, Rondos und Fantasien für Kenner und Liebhaber“, für den er Stücke zusammengestellt hat, die besonders für den Tangentenflügel passen. Da Spányi nach den bisherigen Erfahrungen seiner Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Integrale zu den wenigen berufenen Interpreten auf diesem hochinteressanten Instrument gehört, das die Zeit der Vorklassik nicht überlebt hat und dem Fortepiano weichen musste, darf man auf die Veröffentlichung dieser Folge der Einspielung der Clavierwerke Carl Philipp Emanuel Bachs besonders gespannt sein!

Die hier zu besprechende CD rückt Spányis besondere Leistungen als Virtuose auf dem Clavichord in den Vordergrund: Sein interpretatorischer Ansatz zielt offensichtlich darauf, C. Ph. E. Bachs Legat in der Claviermusik den heutigen Hörern nahezubringen: Harmonisch vereinen sich eine tief gründende Schlichtheit, intellektuelle Durchdringung des geistigen Ansatzes dieses großen Neuerers in der Musik seines Jahrhunderts und Freude an der musikalischen Fantasie des genialen Komponisten. Dabei leistet sein Instrument, eine ebenso klangschöne wie für die Verhältnisse des Instruments klangstarke Kopie eines Clavichords, die der Basler Thomas Friedemann Steiner nach einem Instrument des Ansbacher Klavierbauers Christian Gottlob Hubert angefertigt hat, den interpretatorischen Absichten Spányis hervorragende Dienste. So kultiviert er hier eine dem Clavichord sehr entsprechende leise Kunst, die dem Ohr, das sich darauf einzulassen vermag, eine reiche Seelenlandschaft enthüllt. Die Atmosphäre eines auftrumpfenden Besserwissens, im Sinne von „so macht man das!“, versteht der Interpret klug zu vermeiden – er setzt auf den intimen Gehalt dieser Musik: Und gerade damit holt er den alten Herrn Bach, Erben eines bedeutenden Vaters und selbst von den Zeitgenossen der am höchsten geachtete Träger seines Namens, wirklich authentisch in die Gegenwart unsres 21. Jahrhunderts.

Detmar Huchting [10.08.2016]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 C.Ph.E. Bach Klaviersonate C-Dur Wq 55/1 H 244 00:09:07
4 Klaviersonate F-Dur Wq 55:2 H 130 00:19:07
7 Klaviersonate h-Moll Wq 55:3 H 245 00:05:43
10 Klaviersonate Nr. 5 F-Dur Wq 55:5 H 243 00:09:03
13 Klaviersonate G-Dur Wq 56:2 H 246 00:12:09
16 Klaviersonate F-Dur Wq 56:4 H 269 00:06:24
18 Klaviersonate A-Dur Wq 56:6 H 270 00:07:29

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Miklós Spányi Clavichord
 
2131;7318590021316

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