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CD-Besprechung

Trio Koch

Trio Koch

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 29.04.16

Klassik Heute
Empfehlung

Etcetera KTC 1543

1 CD • 57min • [P] 2016

Müsste ich mit nur zwei Worten den Eindruck beschreiben, den das CD-Debüt des Luxemburger Trio Koch auch nach wiederholtem Anhören auf mich macht, so wäre nichts passender, als die Satzbezeichnung des Kopfsatzes von Moritz Moszkowskis Suite g-Moll für zwei Violinen und Klavier op. 71, die bezeichnenderweise auch den Auftakt dieser außergewöhnlichen Veröffentlichung macht: Allegro energico. Außergewöhnlich, weil die Kraft, Energie, überhaupt das unglaublich reiche Ausdrucksspektrum aller hier eingespielten Werke sich auf ideale Weise in dem energiegeladenen, lustvollen, bisweilen ungebändigt wirkenden, auf jeden Fall aber effektsicheren Spiel der Lütticher Musikerfamilie widerspiegelt. Außergewöhnlich aber auch, weil Vater Philippe Koch (Violine), Tochter Laurence (Violine) und Sohn Jean-Philippe (Klavier) mit ihrem französischen Programm zwischen Spätromantik und früher Moderne ein flammendes Plädoyer für echte Reperetoire-Raritäten gelingt: Werke für zwei Violinen und Klavier, die schon allein aufgrund ihrer reizvollen Instrumentenkombination zum ständigen Aufhorchen zwingen.

Distanziertheit oder Sicherheit ist nicht die Sache der Drei. Ständig befeuern sie sich gegenseitig, wobei nicht auszumachen ist, wer die Zügel in der Hand hält. Manches gleicht gar einem halsbrecherischen Drahtseilakt ohne Netz und doppelten Boden, bei dem sich Vater, Tochter und Sohn glücklicherweise blind zu verstehen scheinen, dem allerdings hin und wieder ein wenig mehr Leichtigkeit anstelle von fortdauernder Glut gut getan hätte – etwa in dem Allegro-moderato-Walzer der bereits angesprochenen Moszkowski-Suite. Trotzdem: Deren Kopfsatz entwickelt mit seinen kunstvollen imitatorischen Dialogen zwischen Violinen und Klavier einen unwiderstehlichen Sog, der die enormen technischen Schwierigkeiten vergessen macht; auch das furiose, virtuos dahingaloppierende Finale stellt höchste Anforderungen, welche die drei Kochs mit risikofreudigem Draufgängertum und erfrischendem Spielwitz durchjagen. In der Tanzszene des zweiten und der schwerblütigen Aria des dritten Satzes beweist das Trio einen vortrefflichen Klangsinn, wovon auch seine lebens- und farbenfrohe Lesart der mit folkloristischen, träumerischen und Jazz-Elementen spielenden Sonate op. 15 von Darius Milhaud besonders profitiert. Der effektvollen Harmonik und den schillernden Farbschattierungen der zwischen Unruhe und Übermut pendelnden Sonate H.198 von Bohuslav Martinů begegnen die Kochs mit ebenfalls ausgesuchter klanggestalterischer Finesse, die – nachdem ich zuerst ganz und gar von dem zu keiner Zeit an Strahlkraft und Spannung verlierenden musikantischen Feuerwerk des Trio Koch gefangen war – sich dann doch als das für mich herausragende Markenzeichen dieses famosen Ensembles erweist; einem Ensemble, von dem hoffentlich noch viel zu hören sein wird.

Christof Jetzschke [29.04.2016]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 M. Moszkowski Suite g-Moll op. 71 für zwei Violinen, Viola und Klavier 00:18:14
5 D. Milhaud Sonate pour deux violons et piano 00:17:38
8 B. Martinu Sonatine H 198 für 2 Violinen und Klavier 00:12:50

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Trio Koch Klaviertrio
 
KTC 1543;8711801015439

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