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CD-Besprechung

Sony Classical 88875122782

1 CD • 63min • 2015

25.09.2015

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Mit Hochglanzprodukten ist das so eine Sache: die einen lieben sie und fahren voll drauf ab, den anderen sind sie zu glatt und zu uniform. Genau und rational begründen lassen sich diese Vorlieben indes kaum, es ist eben wie so oft eine Frage des (guten) und vor allem persönlichen Geschmacks. Jedenfalls kann man trefflich darüber streiten, auch wenn man sich vermutlich nie einigen wird.

Diese Einspielung ist ein Paradebeispiel für so ein Hochglanzprodukt: die einen werden ihre vollmundige Musikalität, ihren satten Überschwang und Nils Mönkemeyers molto pastoso-Spiel lieben, den anderen wird es zu fett und dick aufgetragen erscheinen. Abgesehen von solchen individuellen Präferenzen muss man bei dieser CD aber in jedem Fall feststellen, dass Mönkemeyer und sein kongenialer Klavierpartner William Youn hier grundsätzlich eine sehr respektable und in jeder Hinsicht erstklassige Einspielung abgeliefert haben.

Das kann man im Großen genauso wie im Kleinen feststellen: beide huldigen in Brahms' beiden Bratschensonaten dem großen Bogen, zelebrieren zwar auch die Kunst des Augenblicks. Vor allem aber verstehen sie es, mithilfe einer logisch erscheinenden interpretatorischen Dramaturgie ein in sich schlüssiges Gesamtkunstwerk zu schaffen. Alles klingt wie aus einem Guss, so harmonisch geht es im besten Sinne zwischen den beiden Musikern zu, die sich wahrhaft ins Zeug legen und mit großem Nachdruck spielen.

Der düstere Beginn des Kopfsatzes der ersten Sonate etwa: fulminant. Die lyrische Zerrissenheit des Kopfsatzes der zweiten Sonate: beeindruckend. Als Zuhörer wird man förmlich Ohrenzeuge des sich zwischen romantischer Emphase und grüblerischer Verzagtheit bewegenden Kampfes mit dem musikalischen Material, den Brahms hier ausficht und das transportieren die Musiker wirklich ungemein eindrucksvoll.

Ferner sind hier einige Arrangements der ungarischen Tänze zu hören, zum Teil mit Klavierbegleitung, zum Teil zusammen mit dem Signum Quartett. Auch dies klingt ganz wunderbar, so wunderbar mithin, dass man die Originalfassung gar nicht vermisst. Und auch ein so abgelutschtes Repertoire-Schlachtross wie der Ungarische Tanz Nr 5 bekommt hier eine ganz neue, unerhörte Dimension. Das macht Laune!

Guido Krawinkel [25.09.2015]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johannes Brahms
1Klarinettensonate f-Moll op. 120 Nr. 1 00:23:50
5Klarinettensonate Es-Dur op. 120 Nr. 2 00:22:48
8Ungarischer Tanz No. 1 g minor for Piano – Allegro molto 00:03:35
9Ungarischer Tanz No. 4 f minor – Poco sostenuto 00:05:42
10Ungarischer Tanz No. 5 f sharp minor for Piano – Allegro 00:02:45
11Ungarischer Tanz No. 16 f minor for Orchestra 00:04:02

Interpreten der Einspielung

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