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CD-Besprechung

D. Pejačević

cpo 1 CD 777 916-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 06.07.15

cpo 777 916-2

1 CD • 50min • 2014

Männliche Kindergärtner, weibliche Automechaniker oder komponierende Frauen, all das ist heutzutage verhältnismäßig normal. So normal, dass man schon gar keinen Gedanken mehr daran verschwendet, dass dies vor gut einem Jahrhundert noch völlig undenkbar oder zumindest ziemlich exotisch war. Die ungarische Komponistin Dora Pejačević (1885 – 1923) ist eine solche Exotin. Ihr Können hat sie von der Pike auf gelernt, war ausgebildete Pianistin und Geigerin und machte sich auch als Komponistin einen Namen.

Dennoch, ihre Werke sind heutzutage völlig vergessen und umso mehr ist es zu begrüßen, wenn sich Labels auch mal den Nischen im aktuellen Musikbetrieb widmen, der leider allzu oft von der eventmäßig aufgehübschten Reproduktion eines bereits hinreichend bekannten Repertoires lebt. Denn nicht zuletzt der ständige Vergleich mit den Heroen der Musikgeschichte ist nicht selten der Sargnagel für ebensolche Nischenkomponisten wie Pejačević, und das obwohl ihre Musik – wenngleich sie selten wirklich revolutionär ist – doch so voller melodischer Anmut und klanglicher Raffinesse steckt, dass es eine Wonne ist ihr zu lauschen.

Pejačević verlässt nie die sicheren Gefilde der Tonalität, gleichwohl nutzt sie diese mit einer üppigen spätromantischen Harmonik weidlich aus und auch sonst beherrscht sie ganz offensichtlich ihr Handwerk, was ihr im übrigen kein geringerer als Arnold Schönberg bescheinigt hat.

Nicht nur die Musik, auch ihre Interpretation hinterlässt bei dieser Einspielung einen formidablen Eindruck. Das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt spielt unter der Leitung von Howard Griffiths hingebungsvoll mit Schmelz und Verve. Da wird die bukolische Harmonik in all ihren Schattierungen gründlich ausgekostet und große melodische Linien ebenso wie kleine agogische Details lustvoll zelebriert. Auch die Solisten stehen dem Orchester in nichts nach. Ingeborg Danz′ warm timbrierte Altstimme ist immer noch ein Ereignis, Oliver Triendl erwiest sich als sattelfester Tastenvirtuose mit Fingerspitzengefühl. Eine insgesamt sehr verdienstvolle aber auch sehr überzeugende Einspielung.

Guido Krawinkel [06.07.2015]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 D. Pejačević Ouvertüre d-Moll op. 49 00:05:46
2 Verwandlung op. 37 00:05:36
3 Liebeslied op. 39 00:05:52
4 Gold'ne Sterne, blaue Glöckchen op. 52 Nr. 1 00:01:31
5 Schwebe du Schmetterling, schwebe vorbei op. 52 Nr. 2 00:01:39
6 Klavierkonzert g-Moll op. 33 00:29:24

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Ingeborg Danz Alt
Oliver Triendl Klavier
Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt Orchester
Howard Griffiths Dirigent
 
777 916-2;0761203791620

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