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CD-Besprechung

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Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 18.03.15

Classicclips CLCL 131

1 CD • 71min • 2014

Sie gilt als der Inbegriff des romantischen Klangs – die Klarinette. Und in Carl Maria von Webers so wunderbarem Klarinettenquintett B-Dur op. 34 begegnen wir vielleicht der Verkörperung des romantisch Schwärmerischen schlechthin. Fehlt also nur noch der Solist, der dieses kammermusikalische Juwel beseelt, keineswegs sentimental aber mit Sentiment zu nehmen weiß. Um es vorweg zu nehmen: Blaz Sparovec, der 2014 den Aeolus Bläserwettbewerb und den Internationalen Holzbläserwettbewerb hülsta woodwinds für sich entscheiden konnten, gelingt dies auf beispielhafte Weise. Doch nicht nur bei Weber, ebenso bei Gioacchino Rossinis Introduktion, Thema und Variationen (Fassung für Klarinette und Streicher), auch bei Claude Debussys Première Rhapsodie (Fassung für Klarinette, Streichquartett und Harfe); selbst zwei Werken, bei denen man es als letztes erwarten würde, verleiht der in Ljubljana geborene Sparovec einen romantisch beseelten Hauch: der Sonate für Klarinette solo des russischen Komponisten Edison Denisov (1929-1996) aus dem Jahr 1972 und Krzysztof Pendereckis Quartett für Klarinette und Streichtrio von 1993. Dafür verantwortlich ist die Fähigkeit des Einundzwanzigjährigen, sein Instrument wie die menschliche Stimme zu führen, ihm alle nur erdenklichen Stimmungen zu entlocken, dabei Geschichten zu erzählen, ohne geschwätzig zu werden. Sowie eine Ruhe und Souveränität der Linienführungen, die keine Atemlosigkeit kennt: weder im wie eine freie Improvisation wirkenden 1. Satz noch in den wilden Staccati, Tonrepetitionen und weiten Intervallsprüngen des 2. Satzes der Denisov-Sonate; weder in den elegisch ausdrucksstarken Gesängen der Ecksätze noch in den grell gehaltenen, intermezzigleichen Binnensätzen von Pendereckis Quartett, einer Auftragskomposition des Schleswig-Holstein-Musikfestivals.

Die Kunst Sparovecs schlägt sich gleich zu Beginn seiner Debüt-CD, in Debussys Première Rhapsodie in feinsten dynamischen und farblichen Schattierungen nieder. Wie in einem zärtlichen Flirt zelebrieren der junge Slowene, das Dolezal Quartett und die Harfenistin Alma Klemm einen Tonfall, in dem man sich verlieren kann. Sparovecs Artikulation ist glasklar, seine Phrasierung höchst lebendig, aus seiner Tonformung und Klangrede sprechen die reinste Spiel- und Lebensfreude. Ganz besonders in Webers Klarinettenquintett, mit seinen beinahe unerschöpflichen Vortragsmöglichkeiten und technischen Herausforderungen, in den virtuosen Figurationen der Ecksätze und des Menuetts genauso, wie in den effektvollen Registerwechseln der Belcanto-Arie im Adagio ma non troppo. Dabei enthält sich der Klarinettist jeglicher Eitelkeit und bläserischen Geplappers, wovon nicht zuletzt Rossinis Bravour-Arie, seine Introduktion, Thema und Variationen in erheblichem Maße profitiert. Die unzähligen halsbrecherischen Fallstricke nimmt er mit schelmischer Heiterkeit, poetischer Anmut, vor allem aber mit einer Staunen machenden Leichtigkeit. Nicht weniger anmutig und ausdrucksstark agieren das Dolezal Quartett samt der Kontrabassistin Jella Grossmann, wenngleich sich die Streicher auf dieser CD durchweg mit einer begleitenden Rolle abfinden müssen.

Christof Jetzschke [18.03.2015]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 C. Debussy Première Rhapsodie 00:07:59
2 C.M. v. Weber Klarinettenquintett B-Dur op. 34 J 182 00:27:35
6 G. Rossini Introduktion, Thema und Variationen 00:13:25
13 E. Denisov Sonate für Klarinette solo 00:06:25
15 K. Penderecki Quartett für Klarinette und Streichtrio 00:15:49

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Blaž Šparovec Klarinette
Doležal Quartet Streichquartett
Alma Klemm Harfe
Jella Grossmann Kontrabass
 
CLCL 131;4260113461310

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