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CD-Besprechung

Gluck Opera Arias Daniel Behle

Decca 478 6758

1 CD • 64min • 2013

25.06.2014

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Glucks Opern spielen auf deutschen Bühnen seit längerer Zeit nur eine marginale Rolle, sieht man einmal von Orfeo ed Euridice ab. Daran ändert sich auch in diesem Jahr, in dem der 300. Geburtstag des Komponisten begangen wird, nicht allzu viel, soweit ich die Spielpläne unserer Theater übersehe. Auch auf dem Schallplattenmarkt sind keine Entdeckungen zu erwarten.

Desto höher ist der Repertoirewert des vorliegenden Recitals einzuschätzen, das sich nicht auf die bekannten Titel zurückzieht, sondern insbesondere den frühen Gluck in den Focus rückt, der nach dem italienischen Geschmack Libretti des damals allmächtigen Pietro Metastasio vertonte und bereits hier die starren Formeln der Opera Seria aufzubrechen versuchte, was den Autor veranlasste, den Komponisten als „verrückt“ zu erklären und ihm „eine unerträglich erzvandalische Musik“ zu attestieren.

Vor Jahren gab es bei den Ludwigsburger Festspielen eine Aufführung des Ezio, deren Mitschnitt bei Oehms Classics auf CD veröffentlicht wurde, aber Opern wie Antigono, Semiramide riconosciuta, Ipermestra und La contesa de’ numi sind heute nicht einmal mehr dem Titel nach bekannt. Gerade bei diesen Werken aber sind Daniel Behle und die Musiker der Armonia Atenea unter George Petrou fündig geworden. Den sieben italienischen Arien aus der Frühzeit (1744-56) folgen zwei bekannte Nummern aus den Reifewerken der Pariser Epoche (1774) und abschließend die Arie des Ali aus La rencontre imprévue (1764), deren Handlung Mozarts Entführung aus dem Serail vorwegnimmt.

Dass dieses Recital nur ein Plaisir für Musikwissenschaftler und notorische Sammler sei, wie man vermuten könnte, ist weit gefehlt! Der Sänger und die Musiker haben den unbekannten Gluck nicht nur ausgegraben, sondern auch zu neuem Leben erweckt. Behle gibt hier eine exquisite Probe seines gewachsenen Könnens. Er ist ein echter Virtuoso von heute, der mit den Koloraturen und Verzierungen der Musik keinerlei Probleme hat, den Stil der Arien sicher erfasst und mit seinem männlich-energischen und zugleich lyrisch-geschmeidigen Tenor auch die dramatischen Situationen zu imaginieren versteht, von denen im Text die Rede ist.

Nicht weniger eloquent agiert die auf Originalinstrumenten musizierende Armonia Atenea, die unter der feurigen Leitung von George Petrou Glucks Klangphantasie ins richtige Licht rückt. Ein Fundstück ist die stürmische Einleitung der Arie „Qual ira intempestiva“ aus der Oper La contesa de’ numi, die Gluck zur Geburt des dänischen Thronfolgers komponierte und die 1749 in Kopenhagen ihre Uraufführung erlebte.

Ekkehard Pluta [25.06.2014]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Christoph Willibald Gluck
1Quercia annosa sull'erte pendici (aus Antigono) 00:04:06
2Io veggo in lontananza (aus La Semiramide riconosciuta) 00:07:45
3Non hai cor per un'impresa (aus Ipermestra) 00:06:38
4Se povero il ruscello (aus Ezio) 00:09:47
5Bel piacer saria d'un core (aus La Semiramide riconosciuta) 00:07:33
6Qual ira intempestiva 00:04:24
7Oggi per me non sudi (aus La contesa de' numi) 00:04:24
8Son lungi e non mi brami (aus Le cinesi) 00:07:06
9Cruelle, non, jamais (aus Iphigénie en Aulide) 00:02:46
10J'ai perdu mon Eurydice (aus: Orphée et Eurydice) 00:04:20
11Je chérirai, jusqu'au trépas (aus Les pèlerins de la Mecque) 00:05:01

Interpreten der Einspielung

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