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CD-Besprechung

James Rutherford sings Wagner

James Rutherford sings Wagner

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 18.06.14

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BIS 2080

1 CD/SACD stereo/surround • 79min • 2013

Der heute 42jährige englische Bassbariton James Rutherford, der seine Sängerkarriere mit Bach, Händel und Mozart sowie als Interpret deutscher und englischer Lieder begann, gilt seit 2009, also seit seinem Rollendebut als Hans Sachs an der Grazer Oper, als eine feste Größe im Wagnerfach, von der für die Zukunft noch einiges zu erwarten ist. 2010 gab er, ebenfalls mit dem Sachs, seinen Einstand bei den Bayreuther Festspielen und hat sich seitdem auch in anderen Wagnerpartien wie Wolfram, Holländer, Kurwenal und Wotan (Die Walküre) auf den internationalen Bühnen etabliert.

Für das vorliegende Recital bringt er also eine solide Basis praktischer Bühnenerfahrung mit, was man den ausgereiften Interpretationen auch anhört. Rutherford legt Wagners Monologe durchweg sehr liedhaft an, was ihnen gut tut, und er besticht durch Textverständlichkeit und vor allem Textverständnis,was bei heutigen Wagner-Sängern sehr selten geworden ist. Im jetzigen Stadium seiner stimmlichen Entwicklung sitzt er allerdings ein bisschen zwischen den Stühlen, denn er ist kein lyrischer Bariton mehr und noch kein Heldenbariton, wie sich an den Eckpunkten Wolfram und Wotan zeigt.

Am überzeugendsten geraten die beiden Sachs-Monologe, die textlich und stimmungsmäßig fein ausdifferenziert sind. Die angenehm timbrierte, vergleichsweise helle und jugendlich klingende Stimme, die in der Höhe aufzutrumpfen versteht, gerät in der Mittellage oft etwas aus dem Focus, das streckenweise starke Vibrato, das man sonst bei älteren Sängern antrifft, könnte eine Folge von Überforderung sein.

Andrew Litton erweist sich am Pult des Bergen Philharmonic Orchestra als ein feinfühliger Begleiter des Sängers, dessen intimen Vortragsstil er durch orchestrale Poesie unterstützt. Auch bei der einleitenden Holländer-Ouvertüre und im Vorspiel zum 3. Akt der Meistersinger bläst er nicht sinfonisch die Backen auf, sondern überzeugt mit ruhigem epischem Atem und wohltuender Nachdenklichkeit.

Ekkehard Pluta [18.06.2014]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 R. Wagner Ouvertüre WWV 63 (aus: ) 00:10:18
2 Die Frist ist um (1. Aufzug, Monolog des Holländers - aus: Der fliegende Holländer) 00:10:47
3 Blick ich umher in diesem edlen Kreise (2. Aufzug, Wolfram - aus: Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg) 00:04:42
4 Wie Todesahnung ... O du, mein holder Abendstern (3. Akt: Wjolfram - aus: Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg) 00:05:47
5 Du fürchterliches Weib! (Telramund) 00:02:50
6 Was duftet doch der Flieder (2. Aufzug, Monolog des Hans Sachs - aus: Die Meistersinger von Nürnberg) 00:06:21
7 Vorspiel zum 3. Aufzug (aus Die Meistersinger von Nürnberg) 00:06:17
8 Wahn, Wahn, überall Wahn (Monolog des Hans Sachs, 3. Akt - aus: Die Meistersinger von Nürnberg) 00:07:40
9 Ja, Wehe! Wehe! Weh' über mich! (3. Aufzug, Amfortas - aus: Parsifal) 00:05:58
10 Wotans Abschied und Feuerzauber - 3. Akt (aus: Die Walküre) 00:16:19

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
James Rutherford Bass
Bergen Philharmonic Orchestra Orchester
Andrew Litton Dirigent
 
2080;7318599920801

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