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CD-Besprechung

Arnold Schönberg: Gurre-Lieder (Oratorium für Soli, Chor und Orchester auf Gedichte von Jens Peter Jacobsen)

Thorofon 2 CD CTH2606/2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 22.11.13

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Thorofon CTH2606/2

2 CD • 1h 39min • 2012

Schönbergs Kantate Gurre-Lieder nach einer Dichtung von Jens Peter Jacobsen, an der er mehr als ein Jahrzehnt gearbeitet hat und die 1913 in Wien unter Franz Schreker eine spektakuläre Uraufführung erlebte, gehört ähnlich wie Gustav Mahlers Sinfonie der Tausend und Richard Strauss’ Alpensinfonie zu den gigantomanen Ausläufern der musikalischen Spätromantik. Die Stärke der einzelnen Instrumentengruppen übertrifft jedes bis dahin übliche Maß.

Es dürften eher aufführungspraktische als ästhetische Gründe gewesen sein, die Schönberg, der längst zu anderen Ufern aufgebrochen war, dazu bewogen, in den 20er Jahren durch seinen Schüler Erwin Stein eine Fassung für reduziertes Orchester erstellen zu lassen, die jetzt in einem Mitschnitt aus Bilbao ihre Premiere auf Tonträger erlebt.

Auch in dieser reduzierten Fassung klingt der Orchesterpart noch bombastisch genug. Günter Neuhold hat die Musiker aus Bilbao gut auf den spätromantischen Ton der Partitur eingestimmt, entgeht der Gefahr orgiastischen Schwelgens und bemüht sich um einen differenzierten, auch dynamisch aufgefächerten Klang, hat dabei auch immer die richtige Balance zu den Singstimmen im Blick. Aber obwohl Stig Andersen und Anne Schwanewilms bekannt für textbezogenes Singen sind, bleiben sie in dieser Live-Situation nicht durchweg verständlich. Der Vergleich mit älteren Studio-Einspielungen des Werks wäre daher nicht fair. Andersen verfügt immer noch über genügend heldentenorale Ressourcen für die Partie des Waldemar und Schwanewilms’ gut geerdeter Sopran blüht in hohen Lagen jugendlich auf. Stimmqualität und Ausdruckskraft ist der Mezzosopranistin Lilli Paasikivi nachzurühmen, auch wenn man sich das Lied der Waldtaube sprachlich noch plastischer wünschen würde. Der Part des Sprechers, der in einer tonhöhenfixierten und rhythmisierten Sprechweise notiert ist, verlangt einen hochmusikalischen Schauspieler oder einen deklamatorisch prägnanten Sänger. Jon Fredric West, der Stuttgarter Siegfried, ist beides nicht. Er flüchtet sich bald in reinen Gesang, bei dem viel Text auf der Strecke bleibt. Ziemlich unverständlich sind auch die vokal durchaus sehr durchschlagskräftigen Mannenchöre.

Ekkehard Pluta [22.11.2013]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 A. Schönberg Gurre-Lieder (Oratorium für Soli, Chor und Orchester auf Gedichte von Jens Peter Jacobsen)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Stig Andersen Waldemar - Tenor
Anne Schwanewilms Tove - Sopran
Lilli Paasikivi Waldtaube - Sopran
Arnold Bezuyen Klaus, ein Narr - Tenor
Fernando Latorre Bauer - Bariton
Chor Easo Chor
Chor Andra Chor
Chor Araba Chor
Orquesta Sinfónica de Bilbao Orchester
Günter Neuhold Dirigent
 
CTH2606/2;4003913126061

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