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CD-Besprechung

Maurice Ravel
Orchestral Works Vol. 1

Maurice Ravel<br />Orchestral Works Vol. 1

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 05.11.13

Klassik Heute
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SWRmusic 93.305

1 CD • 70min • 2012

In jüngster Zeit gerate ich des öfteren an Neuproduktionen des sogenannten Standardrepertoires, die mich – um es mit aller gebotenen Vorsicht und Zurückhaltung zu sagen – auf eine gewisse Umkehr im generellen musikalischen Denken hoffen lassen. Immer wieder gibt es Aufnahmen, die nicht nach interpretatorischen Einzigartigkeiten, sprich ungeahnten, noch nie dagewesenen und immer „interessanteren" Bewußt- oder Bestußtseinsebenen suchen, sondern sich darauf besinnen, dass der Komponist das erste und letzte Wort zu sprechen hat. Sollte diese Beobachtung tatsächlich einer größeren Trendwende zuzuschreiben und nicht die bloße Einbildung eines Rezensenten sein, der genug hat von ewig neuen „Auslotungen", dann ständen uns goldene Zeiten bevor, und es wäre durchaus denkbar, dass eine Einspielung wie die hier vorliegende SWR-Aufnahme als Musterexemplar eines Musizierens verwendet wird, das sich darin genügt, die richtigen Töne an der richtigen Stelle, in der richtigen Lautstärke, mit der richtigen Phrasierung, den richtigen Impulsen und dem richtigen Flair zu produzieren – wodurch denn der Hörer seinen alten Freiraum zurückgewönne, ohne dass er sich mit einer bloß angenehmen, „bedeutungslosen" Beschallung zu bescheiden hätte.

Man muss Alborada del Grazioso nicht überdrehen, damit das gleißende Scherzo seine Wirkung tut. Es ist nicht nötig, den Tombeau de Couperin mit künstlicher Patina und falschen Lasuren zu überziehen, um ihm eine wehmütige Morbidezza zu entlocken. Die Rapsodie espagnole erglüht in ihren komplexesten Farben, wenn sie einfach gespielt und einfach gespielt wird. Und La Valse, der so gern überzeichnete Taumel in den kollektiven Weltuntergang, verliert nichts von der bedrohlich sich steigernden Hysterie, die Maurice Ravel gewiß einkomponiert hat, wenn man auf agogische Übertreibungen und asthmatisch-keuchende Phrasen verzichtet.

Als Paradebeispiel diene der abschließende Bolero. Obwohl er mit seinen 15 Minuten und 19 Sekunden sicherlich zu den flotteren Versionen gehöört, schreitet das geniale Ostinato hier derart natürlich voran, dass es völlig organisch wie eine fantastische Riesenblüte aufgeht – immer wieder aus sich selbst heraus Kraft schöpfend und emportreibend, während sich die wenigen Kleinstmotive, die die Sache in Schwung halten, nach und nach in ihrer ganzen Tragfähigkeit zu erkennen geben, um gemeinsam mit den immer noch transparent funkelnden Farbschichten eine Einspielung zu beschließen, auf deren Fortsetzung wir uns vorbehaltlos freuen dürfen.

Rasmus van Rijn [05.11.2013]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 M. Ravel La Valse für 2 Klaviere (Poème choréographique) 00:12:14
2 Le Tombeau de Couperin für Orchester (Suite) 00:17:48
6 Alborada del gracioso (aus: Miroirs) 00:07:48
7 Rapsodie espagnole 00:16:00
11 Bolero 00:15:19

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR Orchester
Stéphane Denève Dirigent
 
93.305;4010276026037

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