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CD-Besprechung

W.G. Berger

cpo 1 CD 777 756-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 03.06.13

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cpo 777 756-2

1 CD • 72min • 2009, 2010

Wilhelm Georg Berger (1929-1993) – nicht zu verwechseln mit dem deutschen Spätromantiker Wilhelm Berger (1861-1911) – wurde als Siebenbürger Sachse am 4. Dezember 1929 in Rupea bei Kronstadt (Braov) geboren und verstarb am 8. März 1993 in Bukarest. In der rumänischen Musiklandschaft vertrat er so etwas wie eine „klassische" Moderne; er hat sich mit den verschiedensten Kompositionstechniken aus der ersten und der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auseinandergesetzt, bezog aber auch Momente der vielfältigen Folklore des Balkans sowie nahöstlicher und byzantinischer Musiken ein. Dass er auch mit Zwölftonreihen arbeitete, hört man seinen Werken ebenso wenig an wie den ähnlich gearteten des Franko-Schweizers Frank Martin, an dessen Musik diejenige Bergers in lyrischen Momenten gelegentlich erinnert; in dramatischen Partien wiederum mag man gewisse Parallelen zu Karl Amadeus Hartmann entdecken.

Gewisse tonale Bezugspunkte verleugnet Berger nie, vor allem aber sind die Themenformulierung und die Verarbeitung deutlich an Vorgehensweisen des 19. Jahrhunderts angelehnt, wie sie sich auch in einer eher traditionalistischen Sinfonik des 20. Jahrhunderts findet (Hindemith, Hartmann, der frühe Henze). Bergers erstes Bratschenkonzert aus dem Jahre 1959 ist geprägt durch weite Melodiebögen und einen lyrischen Grundton, den Nils Mönkemeyer intensiv und klangschön herausarbeitet. Für das kleine Repertoire dieser Gattung ist das Werk durchaus ein Gewinn. Ob es ein zweites Konzert für die Viola überhaupt gibt, lässt der Booklet-Texter offen; immerhin erwähnen es mehrere Nachschlagewerke, auch aus Rumänien, als im Jahre 1962 entstanden. Die vierte Sinfonie (von insgesamt 21!) stammt von 1965, der Beiname „Tragische" geht auf den Komponisten selbst zurück. Es ist ein breites, teilweise dramatisch zugespitztes, am Ende eher resignierendes Tongemälde, dem der rumänische Dirigent Horia Andreescu kräftige Impulse, aber auch leuchtende Klangfarben verleiht. Sicher ist Bergers Musik nicht besonders originell, aber ausdrucksvoll und ehrlich und kann als Rarität aus einer wenig bekannten Musikkultur durchaus Freunde gewinnen.

Dr. Hartmut Lück [03.06.2013]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 W.G. Berger Konzert Nr. 1 op. 12 für Viola und Orchester 00:29:17
4 Sinfonie Nr. 4 op. 30 00:43:03

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Nils Mönkemeyer Viola
Rundfunk Sinfonieorchester Berlin Orchester
Horia Andreescu Dirigent
 
777 756-2;0761203775620

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