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CD-Besprechung

La Création du Monde

La Création du Monde

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 06.05.13

Klassik Heute
Empfehlung

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BIS 1640

1 CD • 69min • 2007

Der Titel dieses sehr unterhaltsamen Albums, „La Création du Monde“, ist außerordentlich treffend: Es bezieht sich nicht nur auf Milhauds gleichnamigen modernen Ballett-Klassiker, sondern beschreibt den Grundzug all dieser gänzlich verschiedenen Stücke: die Erschaffung der musikalischen Welt aus dem Geist des Jazz. Dieser Geist wird hierbei stets verschiedenen interpretiert: So hat etwa der Filmkomponist John Williams nach den imperialen „Krieg der Sterne“-Musiken und den sentimentalischen für „Schindlers Liste“ in seiner Spätzeit seinen Fundus mit jazziger Coolness bereichert und aufgelockert; die kurze Suite aus der Gaunerkomödie „Catch me if you can“ von 2002 erfreut durch die Nonchalance, mit welcher die lakonischen Gesten kombiniert werden. Darin ist ihm Roger Boutry ähnlich, der in seinem leichtgewichtigen Divertimento für Altsaxophon von 1963/2007 den summenden Bigband-Jazz der 1960er Jahre aufnahm und raffiniert verarbeitete; Claude Delangle ist in diesem und den übrigen Stücken ein phantastischer Saxophonist, dessen Ton leicht perlt und der die Motive biegsam, swingend zu phrasieren versteht.

Gewichtiger ist Paul Crestons Konzert für Altsaxophon und Band op. 26b, das bereits aus den 1940er Jahren stammt, und das Einflüsse des Jazz, aber auch die Motorik des deutschen Expressionismus und des russischen Klassizismus zu großen Energien amalgamiert; der typisch amerikanische Eklektizismus macht das Konzert auf höchstem Niveau unterhaltsam, die erwähnten Energien bringen das Stück jedoch auch über bloßes Entertainment hinaus. Die musiksprachlich avancierteste und ernsthafteste Komposition ist Anders Emilssons´ Salute the Band, in dem auch einige interessante Effekte der Bläser ausgelotet werden; an das Stück selbst könnte man die Frage stellen, warum wenig Gebrauch von manchen Möglichkeiten (etwa multiphonics) gemacht wird, besonders angesichts der primär klanglichen Ausrichtung des Stückes mit Trillerflächen und Arpeggienkaskaden.

Die Aufnahmen entstanden bereits 2007, als Christian Lindberg noch Leiter des Swedish Wind Ensembles war; der posaunistische und dirigentische Tausendsassa, der auch Musik schreibt, zog sich 2012 vom Pult des größten zivilen Bläserensembles Schwedens zurück. Die CD präsentiert das Eliteensemble auf höchster Perfektionsstufe; die Soli, etwa in Milhauds titelgebendem Ballett, sind makellos intoniert und darüber hinaus stets phantasievoll artikuliert, die Koordination ist von schlafwandlerischerer Sicherheit, die Transparenz des Ensembles wird durch die hervorragende Klangtechnik unterstützt. Da kann man sogar den Abschluß mit dem obligatorischen Piazzolla begrüßen.

Dr. Michael B. Weiß [06.05.2013]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Williams Catch Me If You Can 00:06:52
4 D. Milhaud La Création du monde op. 81 00:16:13
10 R. Boutry Divertimento für Altsaxophon und Harmoniemusik 00:08:48
13 P. Creston Concerto op. 82b für Altsaxophon und Band 00:19:04
16 A. Emilsson Salute the Band für Bläserensemble und Schlagzeug 00:11:57
17 A. Piazzolla Escualo 00:04:03

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Claude Delangle Saxophon
Swedish Wind Ensemble Bläserensemble
Christian Lindberg Dirigent
 
1640;7318590016404

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