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CD-Besprechung

18 Irgens Jensen Symphonic Works

cpo 777 347-2

2 CD • 2h 04min • 2009

22.01.2013

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Der sachkundige Autor der umfangreichen Personal- und Werkeinführung errichtet zunächst einen Bezugsrahmen norwegischer Komponisten, um dann in dieses Koordinatensystem den späten Romantiker Ludvig Irgens Jensen (1894-1969) einzupassen, der gegenüber den äußerst individuellen Vermächtnissen seiner Landsleute freilich einigermaßen zurückbleibt. Gerade neben den suggestiven Sparsamkeiten eines Harald Saeverud, den konzertanten Klavierschwelgereien eines Geirr Tveitt und der filigranen Dodekaphonie eines Fartein Valén wirkt Irgens Jensen nach meinem Empfinden fast durchweg auf eine Weise „bemühtì, in der ich den Versuch spüre, mit den Ereignissen der großen Musikwelt Schritt zu halten.

Das fällt gleich bei Tema con Variazioni auf, woran der Komponist bezeichnenderweise zwischen 1925 und 1949 mehrfache Korrekturen vorgenommen hat: Das schöne, norwegisch-modale Thema erlebt mancherlei hübsche Veränderungen und wäre nach der elften Variation, einem saftigen, wirkungsvollen „Pesanteì, mit einer entsprechenden Coda sicherlich zu einem guten Ende gelangt. Dem Komponisten war das nicht genug: Erst nach sechs weiteren Sätz(ch)en erreicht er das wirkliche Finale, das seinerseits nicht ungefällig erscheint, sich aber doch um ein paar Minuten verspätet hat.

Merkwürdig ist nur, daß Irgens Jensen 1952, wie wir aus dem Beiheft erfahren, dem Rat des Dirigenten Odd Grüner-Hegge folgte und den gesamten letzten Satz seiner (einzigen) Sinfonie d-Moll abkoppelte, um das Werk wie eine Schubertsche Unvollendete aufführen zu lassen. „Ich schneide nur das Fett wegì, wird Grüner-Hegge zitiert, dem man nicht genug für diesen rigorosen Schritt danken kann: Das abgesprengte Rondo marziale, das die Komposition in der vorliegenden Produktion wieder komplettiert und somit auf eine wenig spannende Dreiviertelstunde dehnt, verstärkt nur den Eindruck der Variationen ? dass nämlich der Handwerker, wenn er vor der Fachwelt stolz sein technisches Rüüstzeug ausbreitete, mitunter das Maß der klingenden Dinge aus den Augen verlor. So erscheinen denn auch die gedrängtere Partita Sinfonica und die niedlichen Miniaturen zu Helen Stibolts Komödie König Balduins Armreif wesentlich kurzweiliger als die Sinfonie oder auch die zwanzigminütige Passacaglia, mit der Ludvig Irgens Jensen gleichfalls mehrere Male ins Gericht ging, bevor sie 1952 ihre definitive Gestalt erhielt.

Dem Trondheimer Sinfonieorchester und seinem Dirigenten Eivind Aadland wird gern bescheinigt, daß man sich gemeinsam mit viel Einsatz dem Profil der Werke und ihres Verfassers gewidmet hat.

Rasmus van Rijn [22.01.2013]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ludvig Irgens-Jensen
1Tema con Variazioni 00:25:10
18Partita Sinfonica 00:17:21
22Air 00:03:06
23Kong Bladvines Armring (Suite) 00:13:16
CD/SACD 2
1Sinfonia in d 00:28:20
3Rondo marziale 00:15:14
4Passacaglia 00:20:24

Interpreten der Einspielung

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