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CD-Besprechung

R. Strauss

BIS 1 CD/SACD stereo/surround 1950

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 19.12.12

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BIS 1950

1 CD/SACD stereo/surround • 77min • 2012

Nachdem uns das Sinfonieorchester Sao Paolo in den letzten Jahren eine Reihe durchweg prächtiger CDs beschert hat – ich erinnere nur an Ottorino Respighis fabelhafte „Römische Trilogie" oder die ganz erstaunliche Begegnung mit Paul Hindemith –, hätte ich von der musikalischen Bergwanderung aus Garmisch zumindest eine gute, klanglich einwandfreie Hommage an die vielzitierte „Milchkuh" erwartet, der der Meister bei der Arbeit an seinem alpinen Koloß nacheifern wollte. Doch nicht einmal von diesem Aspekt des komplexen Werkes ist irgendetwas zu spüren, weil man sich offenbar darauf verständigt hat, die riesenhaften dynamischen Spannweiten auf einen Bereich zwischen Mezzopiano und Fortissimo einzugrenzen. So springt uns die Schwärze der Nacht wie eine im Dämmerlicht daliegende Bauzeichnung entgegen, ein Abstraktum, aus dem sich alles weitere – ja, nicht entwickelt, sondern irgendwie „ergibt", als habe jemand mit Richard Strauss noch eine alte Rechnung offen: Dasselbe Orchester, dessen große Wärme und bemerkenswert sensibles Farbenspiel mich mehr als einmal vergnügt hat, scheint unter Frank Shipway seine gesamten Tugenden zu leugnen, während aus dem Architekturentwurf allmählich eine geradezu stählern-unterkühlte Konstruktion entsteht – das Gerüst einer Landschaft, deren Übergänge nicht organisch wachsen, sondern mit Haken, Ösen, Bolzen und Nieten verbunden oder mit blauer, schneidender Flamme verschweißt sind.

Dabei wäre gegen eine un- oder antiprogrammatische Ausführung der Alpensinfonie nicht das mindeste einzuwenden, denn schließlich handelt es sich, wie der (ansonsten leicht tendenziöse) Verfasser des Einführungstextes richtig erkennt, nicht um eine kitschige Postkartensammlung, sondern um ein Sinnbild des menschlichen Strebens. Genau diese Kennzeichen des Menschlichen aber, der Atem, das Staunen, die tiefe innere Erschütterung im Angesichte des Unaussprechlich-Höchsten, der Enthusiasmus im echten Sinne des Wortes: den dürfte selbst eine mehr am Strukturellen ausgerichtete Darstellung nicht vermissen lassen. Die späte sinfonische Fantasie über Die Frau ohne Schatten leidet mutatis mutandis unter demselben „Liebesentzug"...

Rasmus van Rijn [19.12.2012]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 R. Strauss Eine Alpensinfonie op. 64 00:52:39
23 Sinfonische Fantasie aus Die Frau ohne Schatten 00:23:29

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Sao Paulo Symphony Orchestra Orchester
Frank Shipway Dirigent
 
1950;7318599919508

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