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CD-Besprechung

D. Schostakowitsch

hänssler CLASSIC 1 CD 98.644

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 25.07.12

hänssler CLASSIC 98.644

1 CD • 72min • 2012

Die schlechte Nachricht zuerst: Aus unterrichteten Kreisen verlautet, dass die finnischen "Meta4-iker" in absehbarer Zeit nicht vorhaben, die fünfzehn Schostakowitsch-Quartette komplett einzuspielen. Das ist, wie sich schon nach den ersten Takten des Opus 73 zeigt, ein Jammer, denn – und hier kommt die gute Nachricht – was uns dieses musikalische Gruppenbild mit Dame mit dieser Produktion beschert, ist so atemberaubend, dass jede verbale Spektralanalyse kläglich versagen muß. Und das nicht etwa, weil das Ensemble womöglich den beliebten Turbogang eingelegt hätte, der durch zirzensische Rasanz rezeptorische Schwindelgefühle und unkontrollierten Beifall verursacht, sondern vielmehr durch äußerst feine, "durchempfundene" und ausgehörte Gangarten, in denen sich die geradezu unbegrenzte Bandbreite der Artikulationen und Tongebungen bis in die letzten Verästelungen und Wahrnehmungen hinein verfolgen läßt. Die zwei flageolett-gekrönten Schlußakkorde aus dem Kopfsatz des dritten Quartetts op. 73 etwa entschweben derart federnd und wesenlos in die Weiten des Raumes, dass man tatsächlich nur noch sprachlos hinterdreinschauen (!) kann; die extrem und bewundernswert sparsamen Texturen des siebten Quartetts, die pastorale und pastose Pinselführung des Opus 83, tänzerische Ausgelassenheit am Rande des Vulkans, bohrend-explosive Strecken wie vor allem der dritte Satz des Opus 73, der in dieselbe Kerbe haut wie das motorische Scherzo der achten Sinfonie – alles wirkt so außerordentlich "richtig" und verstanden, dass man den eingangs zu Protokoll gegebene Protest des Rezensenten gewiß wird nachvollziehen können. Und das desto mehr, als in der gesamten Vorstellung eine Komponente völlig ausgeschlossen ist: die des "wehleidigen Opfers", das am System zu zerbrechen droht und mit einer ständig demonstrierten "letzten Kraft" seine fragilen Notenköpfe und -hälse aufs Papier bringt. Meta4 gerät auch nicht einmal in diese halbseidenen Regionen, sondern hebt Dmitri Schostakowitschs Musik über alle (auto)biographischen Vordergründigkeiten hinaus in Ebenen, wohin ihr auch der geschickteste Nachahmer niemals folgen konnte.

Rasmus van Rijn [25.07.2012]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 D. Schostakowitsch Streichquartett Nr. 3 F-Dur op. 73 00:31:52
6 Streichquartett Nr. 4 D-Dur op. 83 (1949) 00:25:32
10 Streichquartett Nr. 7 fis-Moll op. 108 00:14:16

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Meta4 Ensemble
 
98.644;4010276025269

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