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CD-Besprechung

Ignaz Pleyel Preußische Quartette 4-6

cpo 777 551-2

1 CD • 59min • 2009

05.07.2012

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

„Sehr gut geschrieben und sehr angenehm" nannte Mozart die Streichquartette des knapp eineinhalb Jahre jüngeren Haydn-Schülers Ignaz Pleyel, der davon etwa 60 Stück schrieb, die zu seiner Zeit in ganz Europa außerordentliche Verbreitung genossen. Die zwölf „Preußischen Quartette", benannt nach dem Widmungsträger, dem preußischen König Friedrich Wilhelm II., entstanden um 1786, als der aus Niederösterreich stammende Pleyel als Kapellmeister am Straßburger Münster wirkte. In vier Gruppen zu je drei Quartetten erschienen sie 1787 bei Verlagen in Paris, Amsterdam, London, Berlin, Mainz, Mannheim und Wien im Druck.

Satztechnisch an Haydn geschult, geht Pleyel im Stil und der formalen Anlage doch seinen eigenen Weg, der sich durch einen leicht fasslichen, unterhaltsamen Tonfall und eine Abkehr von der durch Haydn geprägten Viersätzigkeit auszeichnet. In zweien der hier eingespielten Quartette Nr.4-6 umschließen jeweils ein ausgedehntes Sonaten-Allegro und ein lebhaftes Rondo-Finale einen kantablen langsamen Satz – im C-Dur-Quartett ein empfindsames Adagio, im A-Dur-Quartett eine stimmungsvolle Romanze. Das Es-Dur-Quartett lässt auf den Allegro-Kopfsatz ein Tempo di Menuetto mit Variationen folgen, die jedem der vier Instrumente Gelegenheit bieten, sich solistisch zu präsentieren, und schließlich in einen munteren Presto-Kehraus münden.

Das in Köln beheimatete, nach dem Komponisten benannte Quartett widmet sich dem zu Unrecht vergessenen Repertoire mit großer Sorgfalt und spürbarem Engagement. Wie schon in der ersten Folge dieser Reihe verleugnen die Ensemble-Mitglieder Ingeborg Scheerer und Verena Schoneweg (Violine), Andreas Gerhardus (Viola) und Nicholas Selo (Violoncello) ihre Herkunft aus der Alte-Musik-Szene nicht. So muss man einen spröden, vibratoarmen und manchmal gepresst wirkenden Klang sowie gelegentliche Bäuche auf langen Noten in Kauf nehmen, wird aber dafür durch lebendig artikuliertes Spiel entschädigt. Und allein schon für die Wiederentdeckung dieser Stücke muss man dem Pleyel Quartett dankbar sein.

Sixtus König † [05.07.2012]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ignaz Pleyel
1Streichquartett C-Dur Ben 334 (Preußisches Quartett Nr. 4) 00:19:24
4Streichquartett A-Dur Ben 335 (Preußisches Quartett Nr. 5) 00:19:50
7Streichquartett Es-Dur Ben 336 (Preußisches Quartett Nr. 6) 00:19:14

Interpreten der Einspielung

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