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CD-Besprechung

The Best of Malte Burba

Thorofon CTH 2575

1 CD • 63min • [P] 2011

21.10.2011

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Man kann den 1957 geborenen Malte Burba sicherlich als eine Blechbläser-Legende bezeichnen: Er hat nicht nur als Musiker, als Trompeter, aber auch als hochvirtuoser Spieler von Euphonium, Alp- und Althorn sowie dem Didgeridoo, mit vielen hochkarätigen Komponisten zusammengearbeitet, er hat als Pädagoge nicht nur weltberühmte Schüler wie Till Brönner, Chris Walden und Axel Dörner ausgebildet, sondern darüber hinaus sogar auch noch seine eigene, rechtlich patentierte Blechblas-Methode entwickelt. Ein Schallplatten-Portrait seiner Kunst ist daher willkommen; es ist weniger elitär als vielmehr populär als „Best of“ betitelt und präsentiert Burba als Solisten wie auch als Experimentator und Komponisten.

Burba selbst dürfte für sich Anspruch nehmen, keinen wesentlichen Unterschied zwischen der Arbeit mit Improvisation, dem Experimentieren mit elektronischen Verfahren und klassischem Komponieren zu machen. Dennoch wird der alte Unterschied zwischen komponierter und improvisierter Musik, zumindest der Tendenz nach, in dieser Zusammenschau deutlich. Burbas eigener Beitrag voyage II für Blechbläser und Elektronik, eine Arbeit, deren verschiedene Schichten zwischen 1985 und 2008 entstanden sind, ist eine Art akustischer Einrichtung aus gesampelten Eisenbahngeräuschen und vielen Zitaten berühmter Blechbläserstellen; sie unterhält den Hörer durchaus, aber diese Form der Assoziationsversammlung ist hier nicht zum ersten Mal unternommen, sondern eher ein Topos der Blechbläsermusik. An der Bearbeitung von Bachs berühmter Air hingegen, die aus gesampelten Klängen von Burba und Chris Walden zusammengefügt wurde, besticht das harmonisch raffinierte Arrangement, aber es läßt sich doch auch beobachten, dass bisweilen die Soundeffekte zu dicht angehäuft werden – da geht wohl die Lust am Knöpfchendrücken durch …

Auch, wenn die im engeren Sinne komponierten Werke, etwa von Hans-Joachim Hespos, Nikolaus Heyduck oder Adriana Hölszky, mit zum Teil sehr erfindungsreich produzierten Geräuscheffekten arbeiten, gibt es einen wahrnehmbaren Unterschied, eine Form der Geplantheit gegenüber den stärker improvisationsbasierten Stücken. Hespos´iOSCH etwa, eine Collage aus bereits bestehendem Material, wartet mit einer sehr breiten Palette an Effekten bis hin zum Rülpsen auf, gefällt überhaupt in der humoristisch-unterhaltsamen Grundausrichtung, ist jedoch letztlich mit fast 15 Minuten zu lang geraten; hier wäre eine wahrnehmbare Formung nötig gewesen. Den überzeugendsten Eindruck hinterläßt Heyducks Solo für Alphorn, gerade, weil die über raffinierte Formen der elektronischen Klangverschiebung hergestellte Polyphonie des Soloinstruments in eine sehr konzentrierte, tragfähige Form gegossen wird. Auch, wenn diese insgesamt neun Stücke unterschiedlich gut gelungen sind, steckt das Album als Ganzes doch voller Anregungen für neugierige Hörer.

Dr. Michael B. Weiß [21.10.2011]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johann Sebastian Bach
1Air D major (from: Ouvertüre (Suite) Nr. 003 BWV 1068 D-Dur) 00:04:04
Malte Burba
2voyage II für Blechbläser und Elektronik 00:06:47
Chris Newman
3Syphilis für Trompete und Klavier 00:02:31
Hans-Joachim Hespos
4iOSCH für Trompete, Euphonium und Alphorn 00:13:53
Nikolaus Heyduck
5Solo für Alphorn 00:09:48
Heiner Goebbels
6Nachtstück II für Trompete und gesampelte Sounds 00:05:04
Albrecht Riermeier
7Circle III für Blechbläser, Drums, Marimba und Percussion 00:06:53
Michael Sell
8Super Paradise für 1 Blechläser und Orchester 00:10:34
Adriana Hölszky
9WeltenEnden (Alphornsolo) 00:03:26

Interpreten der Einspielung

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