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CD-Besprechung

cpo 777 657-2

2 CD • 2h 26min • 2010

19.07.2011

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 5
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 5

Fast ein ganzes Komponistenleben lang hat sich Carl Orff mit Shakespeares Sommernachtstraum auseinandergesetzt, zwei Entwürfe geschrieben und vier Fassungen fertig gestellt, deren letzte 1964 in Stuttgart zur Uraufführung kam. Diese geht über die übliche Schauspielmusik weit hinaus, denn Orff hat sich auch als Dramaturg betätigt, Szenen und Akte teilweise neu angeordnet. Die Partitur enthält nicht nur den verwendeten Shakespeare-Text in der Übersetzung August Wilhelm Schlegels, sondern auch detaillierte Regie-Anweisungen. Als Musiker bietet Orff eine konsequente Alternative zu der populären, romantisierenden Vertonung Felix Mendelssohn-Bartholdys. Er arbeitet mit verschiedenen Klangquellen, das Orchester vor der Bühne wird durch Musiker auf der Bühne und durch Tonbandeinspielungen ergänzt. Dabei kommen auch außereuropäische Instrumente zum Einsatz. Mit Witz und Laune zitiert der Komponist fremde Musik aus verschiedenen Zeiten und oftmals auch sich selbst, am deutlichsten beim Auftritt der Handwerker, der dem Trio der Strolche in Die Kluge nachgebildet ist. Das alles macht Spaß zu hören, auch wenn es für unsere Ohren nicht weniger historisch klingt als Mendelssohn.

Der Aufführung aus Andechs ist allenfalls regionale Bedeutung zuzusprechen, sie verfehlt das Ziel, Orffs Version des Shakespeare-Stückes für die heutige Sprechbühne wieder ins Gespräch zu bringen. Das Stadttheater der 60er Jahre feiert fröhliche Urständ’. Mit etwas Ironie könnte man das als „historische Aufführungspraxis“ durchgehen lassen, aber in der puren Audio-Fassung ist diese Produktion ziemlich peinvoll. Die Schauspieler flüchten sich durchweg in ein Deklamationstheater, das nicht nach dem Sinn der gesprochenen Texte fragt und nirgends Menschen aus Fleisch und Blut entstehen läßt. Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten Darsteller nur über schlecht sitzende, teilweise schon kaputte Stimmen verfügen und deshalb ständig forcieren. Da bekommt man Schmerzen beim Zuhören. Die Musiker des Münchner Rundfunkorchesters unter Christian von Gehren machen einen sauberen Job, aber das rettet die Vorstellung nicht angesichts der doch untergeordneten Rolle der Musik.

Ekkehard Pluta [19.07.2011]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Carl Orff
1Ein Sommernachtstraum (Schauspiel mit Musik nach der Übersetzung von A.W. Schlegel)

Interpreten der Einspielung

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