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DVD-Audio-Besprechung

Tacet D172

1 DVD-Audio • 59min • 2008

15.04.2011

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Mit dem Nonett op. 31 für fünf Bläser (Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott) und vier Streicher (Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass) begründete Louis Spohr 1813 eine neue Werkgattung, zu der im Laufe des 19. Jahrhunderts Franz Lachner, Georges Onslow, Louise Farrenc und Joseph Rheinberger wichtige Beiträge leisten sollten. Er knüpfte dabei – wie Beethoven in seinem 1800 fertig gestellten Septett und Schubert in dem Oktett von 1824 – an die gemischt besetzten Serenaden und Divertimenti des 18. Jahrhunderts an. Schwärmerische Melodik und aparte Harmonien weisen ebenso wie Freiheiten im Umgang mit den klassischen Formmodellen auf die beginnende Romantik hin. Der charakteristische Einsatz der Instrumente, die sowohl gruppenweise einander gegenübergestellt werden als auch einzeln ihrem Wesen gemäß hervortreten, ergibt ein höchst abwechslungsreiches und farbiges Klangbild. Das Nonett, das im Auftrag des wohlhabenden Tuchfabrikanten Johann Tost komponiert wurde, für den auch Haydn die sogenannten „Tostschen Quartette" schrieb, erzielte schon bei seiner Wiener Uraufführung einen großen Erfolg und erfreut sich bis heute bei Ausführenden wie beim Publikum großer Beliebtheit.

Gekoppelt ist es in der vorliegenden Produktion mit dem feinsinnigen Streichsextett op. 140 aus dem Jahr 1848, das Boccherinis Modell aufgreift und in der Satzweise sowie seinem lyrischen Melodienreichtum auf Brahms voraus weist. Die Verschränkung von Scherzo und Finale belegt einmal mehr, dass Spohr ein origineller, erfindungsreicher Geist war, der nicht zu Unrecht als einer der berühmtesten Musiker seiner Zeit galt. Dass die erste Violine hier wie im Nonett eine führende Rolle spielt und bisweilen virtuos gefordert wird, versteht sich bei dem „deutschen Paganini" von selbst. Fazit: Zwei kammermusikalische Perlen, die vom Ensemble der Fredener Musiktage engagiert und stilsicher vorgetragen werden. Wer die Aufnahmen nicht (wie vom Produzenten empfohlen) beim Autofahren hören und den Kontrabass nicht unbedingt im Nacken sitzen haben möchte, wem es vielmehr um die Musik und die gelungene Aufführung geht, der kann getrost auf „Real Surround Sound" verzichten und zu der ebenfalls angebotenen einfachen CD greifen.

Sixtus König † [15.04.2011]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Louis Spohr
1Streichsextett C-Dur op. 140 00:24:52
5Gran Nonett F-Dur op. 31 00:34:30

Interpreten der Einspielung

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