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CD-Besprechung

Wolfgang Amadé Mozart Klaviersonaten

Wolfgang Amadé Mozart<br />Klaviersonaten

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 14.02.11

gutingi 103

1 CD • 60min • 1988

Geritt Zitterbarts Mozart-Einspielungen entstanden 1988 im (für Plattenaufnahmen fast schon legendären) Neumarkter Reitstadel in der Oberpfalz. Drei Sonaten von schwerwiegender Bedeutung für das klavieristische Gesamtwerk Mozarts stehen auf dem Programm des deutschen Pianisten, dem auf diesem Weg späte CD-Ehren erwachsen sind. Zur furiosen, provokant schnelllebigen Glenn Gould-Einspielung der Sonate KV 310 ist Zitterbart mit seinen vorsichtig dramatisierenden Bemühungen ebenso weit entfernt wie zum Glasperlenspiel einer Ingrid Haebler – um nur zwei gestalterische Extreme im Umfeld dieser ebenso drängend wie düster, aber auch in manchen Momenten liebenswert erdachten Moll-Sonate zu nennen. Unter Zitterbarts Händen ereignet sich der eröffnende Allegro maestoso-Kopfsatz für mein Empfinden eine Spur zu pflegeleicht. Zwar im Tempo beherrscht und genügend drängend, aber in der Akzentuierung des Unüblichen dieses Satzes doch verhältnismäßig friedlich im Gegensatz zu den von Mozart (sicherlich?) angepeilten dramatischen Zuspitzungen. Die Reprise des ersten Satzes formuliert Zitterbart – wenn ich es richtig höre – etwas verlangsamt – eine dramaturgisch überzeugende Maßnahme, denn es sollte ja im Wiederholungsbemühen nicht um die Kopie des Ursprünglichen gehen. Nicht unwesentlich für diese Einspielung ist auch, dass Zitterbart die Durchführung wiederholt, sodass der erste Satz gut neun Minuten in Anspruch. Man mag hier einwenden, dass der rein zeitliche Mehrwert nicht entscheidend sei, aber der Satz gewinnt durch die Wiederholung der Durchführung an Gewicht.

Enttäuschend dann der zweite Satz (Andante cantabile con espressione)! Zitterbart formuliert diese wundersame, vielschichtige, bis zur Exaltation fortschreitende Passage mit einer Art selbstgewisser Gleichförmigkeit. Im Anschlag beiläufig, kleinformatig im Griff auf das Ganze. Etwas mehr Ausdruck, etwas mehr Farbe und musikalische Gesprächigkeit könnte man angesichts dieser Vorlage schon erwarten, aber man sollte Zitterbart auch zugute halten, dass er dies und jenes vollbringt, was einzig und ihm im Rahmen seiner Möglichkeiten genehm und würdig ist.

Hübsch und genügend mobil gelingen Zitterbart die Ecksätze der C-Dur-Sonate (KV 330). Sicher nicht so ausgefeilt bis ins letzte Detail der kleinen Verzierungsnoten wie bei Ingrid Haebler, aber doch geschmeidig und hinreichend prickelnd, vor allem übersichtlich in der Gesamtdisposition zwischen Vorwärts und kurzlebigem Verweilen. Auch hier – wie in der B-Dur-Sonate KV 333 – vermisse ich im langsamen Satz ein wenig mehr an Schmelz, an Hingabe an das melodische Überirdische, an das Weben und Sehnen einer Musik, die sich nur bedingt einer realistischen Denkungsart erschließt. Gleichwohl: eine kundige, in vielen Momenten interessante, lebendige Mozart-Verfügung, mit der all jene Musikfreunde leben mögen, die sich noch nicht für extremere oder wenigstens persönlichere Darbietungen von Gould, Gulda, Haebler, Arrau, Pires, Batik oder Uchida entschieden haben.

Nebenbei: Sparsame Edition in umweltfreundlicher Kartonhülle, aber keine Begleitinformationen zu den Werken und zum Lebensweg des Pianisten!

Peter Cossé † [14.02.2011]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 W.A. Mozart Klaviersonate Nr. 8 a-Moll KV 310 KV 300d 00:20:31
4 Klaviersonate Nr. 10 C-Dur KV 330 KV 300h 00:17:38
7 Klaviersonate Nr. 13 B-Dur KV 333 KV 315c 00:21:20

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Gerrit Zitterbart Klavier
 
103;4012652010333

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