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CD/SACD stereo/surround-Besprechung

Hungaroton HSACD 32509

1 CD/SACD stereo/surround • 78min • 2010

02.02.2011

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

In der ungarischen Sprache heißt das Instrument, auf dem sich Barnabás Kelemen in dieser hinreißenden Produktion ergeht, nicht Geige, Fiedel, Violon oder Violino, sondern ganz schlicht: Hegedü (mit dem offenen „ä“ und langem „ü“ wie bei der Fledermaus ihrem „Damän-Ührchän“). Von einem persönlichen Faible für die wohlklingende Sprache der Magyaren einmal ganz abgesehen, scheint mir das gerade bei der vorliegenden neunten CD aus der mehr als respektablen Budapester Bartók-Serie von besonderem Belang. Denn das, was der Solist im Zusammenwirken mit der Ungarischen Nationalphilharmonie unter Zoltán Kocsis hier zu Gehör bringt, klingt in den wildesten Repetitionen und schroffsten Explosionen tatsächlich, als wiederholte man mit virtuosester Behendigkeit die oben genannte Vokabel, bis sie sich inwendig geradezu überschlägt – einfach phänomenal.

Das kleine linguistische Ornament hätte natürlich keineswegs ausgereicht, diese Einspielung des großen (zweiten) Violinkonzerts und der beiden Rhapsodien mit Höchstnoten zu versehen. Dazu war schon mehr nötig. Die urwüchsige Kraft etwa, die einem hier in jedem Takt und jeder Wendung entgegenschlägt, der Mut zu kerniger, knirschender Heftigkeit auf der einen und völlig entwaffnendem „religioso“ andererseits; die knurrend wie Erdverwerfungen durch den orchestralen Untergrund sich wühlenden Bläserwalzen und (im Finale des Konzerts) die unmerklichen Übergänge in kaum zu vermutende Walzerfiguren; die Kanten der vermeintlich so rohen Orchestration im bezwingenden Dialog mit dem Geiger, dem es beispielsweise im „Friss“ der zweiten Rhapsodie gelingt, eine gewaltige Tutti-Attacke so selbstbewußt zu reflektieren, dass das „Klangspiegelglas“ nicht zu Bruch geht: Das sind nur einige Aspekte dieser auch raumakustisch bezwingenden Leistung, in der man eine derart überzeugende Verbindung von Höhe, Breite, Tiefe und Präsenz gefunden hat, dass mir der Solist förmlich en miniature auf die Schreibtischplatte projiziert vorm innern Auge stand.

Als gut 20-minütigen »Bonus« enthält die bestens gefüllte CD die Erstfassung des Konzertfinales sowie die alternativen »Friss«-Schlüsse der beiden Rhapsodien. Und das sind wahrlich keine Lückenbüßer.

Rasmus van Rijn [02.02.2011]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Béla Bartók
1Rhapsodie Nr. 1 Sz 87 für Violine und Orchester 00:09:51
3Rhapsodie Nr. 2 Sz 90 für Violine und Orchester 00:09:33
5Konzert Nr. 2 Sz 112 für Violine und Orchester 00:35:34

Interpreten der Einspielung

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