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CD-Besprechung

G. Enescu

cpo 1 CD 777 506-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 30.12.10

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cpo 777 506-2

1 CD • 66min • 2009, 2008

Fünfunddreißig Jahre trennen die beiden Klavierquartette, die George Enescu komponiert hat. Und doch ist dieser rätselhafte musikalische Charakter, will mir scheinen, 1909 so ausgeprägt wie 1944: eine Sphinx geradezu, die zwischen dem populären Stil der rumänischen Rhapsodien und den enigmatischen Kreationen einer Kammersinfonie op. 33, zwischen knallig auftrumpfenden Gesten und einer ganz merkwürdig anrüührenden Innerlichkeit so ziemlich für alles Raum und Verwendung hatte - nicht zuletzt auch für die thebanische Rätselhexe, die dem Oedipe wohl selten ihre Rätsel schauriger gestellt hat als in Enescus grandioser Oper.

Die zwei Werke, die der entdeckungsfreudige Oliver Triendl gemeinsam mit seinen exzellenten Kollegen Daniel Gaede, Lars Anders Tomter und Gustav Rivinius auf die vorliegende CD gebannt hat, machen eine Annäherung an Enescu relativ leicht. Das Opus 16 des damals etwa 28-jährigen Komponisten ist mit den im Kopfsatz aufschießenden Leuchtfeuern, dem hinreißend schönen Bogen des Andante mesto und den brodelnden, stampfenden Ereignissen des Finales plastisch genug, um sich aus der romantischen Erbmasse begreifen zu lassen, die dennoch auf äußerst persönliche Weise gewissermaßen in ihren weiten Dimensionen radikalisiert wird. Gedrängter hingegen und gewundener, in der Tat „rätselhafter" wirkt das wiederum dreisätzige Opus 30, das zeitweilig ganz bewußt über sämtliche Ufer zu treten scheint. Ganz besonders im Schlußsatz, der sich nur unter Aufbietung sämtlicher Kräfte in einen ruhigen Ausklang zwingen läßt. Da walten offenbar dunkle, nicht aber eigentlich zerstörerische Mächte: Die Farben, die Nuancen, die unerhört feinen Schattierungen, mit denen Enescu hier komponierte und die vier Interpreten nun musizieren - diese Überfülle ist fürwahr die perfekte Resonanz dessen, was George Enescu dreieinhalb Jahrzehnte zuvor geschaffen hatte, das Dickicht, aus dem herausschallt, was einst hineingerufen ward, das bezwingende Zeugnis einer eigentümlichen Persönlichkeit, für die man sich just dieser Werke wegen wird gründlicher interessieren müssen. Und das nicht zuletzt auch wegen der rundum staunenswerten, packenden Darstellung, der nicht einmal der ganz leichte „Klirrfaktor" im höchsten Klaviere etwas von ihrem Rang nehmen kann.

Rasmus van Rijn [30.12.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Enescu Klavierquartett Nr. 1 D-Dur op. 16 00:36:31
4 Klavierquartett Nr. 2 d-Moll op. 30 00:28:33

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Tammuz Piano Quartet Ensemble
 
777 506-2;0761203750627

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